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UNTERWASSER: Milliarde für Gerechtigkeit

Am Samstag war Premiere von «Der Besuch der alten Dame» im Zeltainer. Die 13 Darsteller zeigten den Besuchern die Inszenierung von Regisseur Daniel Koller.
Christiana Sutter
Die Milliardärin Claire Zacanassian teilt ihre Bedingung für die Millionenspende der Güllener Bevölkerung mit. (Bilder: Christiana Sutter)

Die Milliardärin Claire Zacanassian teilt ihre Bedingung für die Millionenspende der Güllener Bevölkerung mit. (Bilder: Christiana Sutter)

Christiana Sutter

redaktion@wundo.ch

Rund 100 Besucherinnen und Besucher fanden sich am Samstagabend im Kleintheater Zeltainer ein. Sie waren sowohl vom Stück als auch von den Leistungen der Laienschauspieler beeindruckt. Noch stehen weitere Aufführungen auf dem Programm.

Der Bahnhof in Güllen. Der Arzt, der Polizist und die Tochter des Kioskbesitzers Ill sitzen auf einer Bank und schauen den Zügen nach. Ein Zug ist im Anrollen. «Der rollende Roland, er fährt von Hamburg nach Neapel», sagt der Polizist. «Heute halten nicht mal mehr die Regionalzüge.» Es herrscht Langeweile, und Güllen ist dem Bankrott nahe. Die Güllener brauchen Geld. Da kommt die Nachricht, dass die Milliardärin Claire Zachanassian ins Dorf kommt. Alles wird vorbereitet für einen grossen Empfang. Der Turnverein kommt, die Dorfmusik spielt, und der Bürgermeister wird eine Rede schwingen. «Der rollende Roland stoppt in Güllen», sagt der Polizist erschrocken. Plötzlich ist sie da, das «Klärli», das damals aus dem Dorf vertrieben wurde. Sie hat die Notbremse gezogen.

Das finanzielle Angebot und die Frage der Gerechtigkeit

Begleitet wird die Milliardärin von ihrem Butler Boby, ihrem neunten Ehemann und den Gangstern Roby und Toby sowie den blinden Eunuchen Koby und Loby. Im Gepäck führt die «alte Dame», in einer grossen Holzkiste, auch einen schwarzen Panther mit. Dieser spielt eine wesentliche Rolle im Stück. Denn auch ihre Jugendliebe nannte die heutige Milliardärin damals «schwarzen Panther».

Die «alte Dame» will Gerechtigkeit für das, was ihr in der Jugend angetan wurde. Von ihrer Jugendliebe, Alfred Ill, wurde sie als 17-Jährige schwanger. Das Baby verstarb nach der Geburt. Sie flüchtete aus Güllen. In Hamburg wurde sie vom Ölmogul und Milliardär Zachanassian aus dem Bordell geholt. Er heiratete sie.

Claire Zachanassian unterbreitet dem Gemeindepräsidenten von Güllen nach ihrer Ankunft ein Angebot. «500 Millionen für die Gemeinde und 500 Millionen für die Bevölkerung, wenn ihr Alfred Ill tötet.» Der Gemeindepräsident fordert die Bürger aus Güllen auf, das Angebot im Namen der Gerechtigkeit abzulehnen. Fortan nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Laienschauspieler begeistern

Regisseur Daniel Koller aus Unterwasser musste die Originalversion stark kürzen. Kennern des Stücks mögen gewisse Personen und Wendungen grotesk erscheinen. Koller ist es aber gelungen, den roten Faden nicht zu verlieren und die Hauptbotschaft auf tragisch-komische Art wiederzugeben. Statt von Menschen werden die Eunuchen durch Puppen dargestellt. Auch die Ehemänner sieben bis neun werden durch eine Puppe dargestellt.

Die Hälfte der Schauspieler steht das erste Mal auf der Bühne. Was diese zeigen, ist bemerkenswert. Wichtige Elemente im Stück im Zeltainer sind die Mimik und die Musik. Mirjam Bächtold aus St. Gallen ist eine erfahrene Musicaldarstellerin und begeistert mit Sologesang. Die Milliardärin wird durch Cilgia Kobelt aus Wattwil gespielt, eine erfahrene Laienschauspielerin. Ebenso der St. Galler Florian Kern, der den Alfred Ill spielt. Mit Regula Falkner aus Ebnat-Kappel und Hilda Mathis aus Arnegg sind zwei weitere erfahrene Darstellerinnen auf der Bühne, die bereits bei der letzten Eigenproduktion im Zeltainer dabei waren. Bruno Pfyl aus Rapperswil-Jona spielt den Butler Boby und die Puppen-Ehemänner.

Der Pfarrer wird durch Fabian Rhyner aus Sevelen gespielt. Die Gangster und Eunuchen werden durch Vroni Gubler aus Alt St. Johann und Regi Diener aus Wildhaus dargestellt. Aus Gams stehen Mutter Martina (Arzt) und Tochter Sarah Bocek (Tochter von Ill) auf der Bühne. Den Zugführer spielt Rita Gabathuler aus Ebnat-Kappel, und Barbara Eberle aus Montlingen spielt Mathilde, Ills Ehefrau.

Weitere Vorführungen: 17./18./19. August um 20 Uhr, 20. August um 18.30 Uhr. Reservation: Telefon 079 337 66 61 oder www.zeltainer.ch

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