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UNTERWASSER: Heftige Kritik an Wildhaus

Gestern fand auf dem Chäserrugg die Generalversammlung der Toggenburg Bergbahnen statt. Im Geschäftsbericht hagelt es Kritik an der Strategie des Wildhauser Nachbarunternehmens.
Katharina Rutz
Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete die Toggenburg Bergbahnen AG einen Gewinn von knapp 30 (Bild: Urs Bucher)

Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete die Toggenburg Bergbahnen AG einen Gewinn von knapp 30 (Bild: Urs Bucher)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Der Bericht des Verwaltungsrates der Toggenburg Bergbahnen AG (TBB) hat es in sich. Die Ver­waltungsratspräsidentin Mélanie ­Eppenberger spricht darin über das Übernahmeangebot, den Tarif­verbund und die Strategie der Bergbahnen Wildhaus AG. Die Kritik ist heftig: Es gebe für einen Tarifverbund keinen fairen Ertragsverteilungsmechanismus, welcher das unabhängige wirtschaftliche Fortkommen der Bergbahnen Wildhaus AG nachhaltig sichern könnte. «Einen frequenzbasierten Tarifverbund, wie er heute vorliegt, wollen und können wir uns aus finanziellen und angebotsstrategischen Gründen nicht mehr leisten», so Eppenberger.

Millionen an ­Quersubventionierung

Der Tarifverbund habe die TBB die letzten Jahre Millionen an Quersubventionierung ans Nachbargebiet gekostet. «So ist es ein Fakt, dass der Sessellift Oberdorf–Gamsalp allein über 30 Prozent des Skiumsatzes pro Wintersaison aus dem Gesamtpool abgesogen hat, gleich viel wie die ganze mittlere Achse von Unterwasser erhalten hat.»

Die Belohnung von produzierten Frequenzen führe zum Bau von vor allem potenten Anlagen und danach zu Pisten­planierungen, «mit nicht gerade zurückhaltenden Eingriffen in die Umwelt», um die Gäste unverzüglich wieder an der Tal­station zu haben. Die Berg­bahnen Wildhaus hätten sich zu lange auf das lokale Abschöpfen von Poolumsätzen aus dem Tarifverbund ausgerichtet, kritisiert Eppenberger. «Es sind diese Fehlentwicklungen bei Investitionen und Gebietsgestaltung, die den Tarifverbund ad absurdum geführt haben». Mélanie Eppenberger zweifelt zudem daran, dass der Gast noch Gefallen an einer mit System geförderten Tempobolzerei finde. Dies könne sicher auch nicht im Interesse von Familien und First Touchers sein. Diese beiden «eminent wichtigen» Kundengruppen seien nachhaltig mit Angeboten zu gewinnen, welche auf «Qualität, Erholung und Sicherheit ausgerichtet» seien. Deshalb sei die Fusion die einzige nachhaltige Lösung, auch um das gemeinsame Ticket zu retten, und die TBB biete Hand dazu.

Innerhalb der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann sieht sich das Unternehmen als Wirtschaftsmotor. Die TBB achte sorgsam auf die wirtschaftliche Tragbarkeit der Angebote und jeder Investition. Man bilde Lehrlinge aus und biete jungen Toggenburgern interessante Karrierechancen im Tourismus. «Dies ist aber nur möglich, wenn wir ­mutig und zuversichtlich bereit sind, die wirtschaftlichen Strukturen zu hinterfragen, zu optimieren und zu konsolidieren. Die Angebote müssen aus einer Hand kommen», schreibt Mélanie Eppenberger.

Fast 300 000 Franken Gewinn

Auch dieses Jahr fand die GV der Toggenburg Bergbahnen AG unter Ausschluss der Medien statt. Der Geschäftsbericht allerdings liegt dem «Werdenberger & Obertoggenburger» vor. Trotz eines «schlechten Winters und eines durchschnittlichen Sommers» präsentiert Mélanie Eppenberger eine positive Rechnung 2016/17 der TBB. Der Jahresgewinn beträgt etwas über 290 000 Franken. Massgeblich daran beteiligt ist die Auflösung einer nicht ­benötigten Rückstellung von 340 000 Franken.

Mélanie Eppenberger betont in ihrem Geschäftsbericht vor ­allem, dass es die Toggenburg Bergbahnen AG geschafft habe, ihr grosses Wachstum der letzten Jahre zu finanzieren. Der Geschäftserfolg vor Steuern und ­Abschreibungen beläuft sich auf 3,3 Millionen Franken. «Dies erlaubt uns, die regulären Abschreibungen von 3 Millionen Franken pro Jahr auf unseren bedeutenden Investitionen vorzunehmen», schreibt Mélanie Eppenberger. Mit einem Ertrag von 10,2 Mil­lionen Franken liegt das Geschäftsjahr 2016/17 knapp eine Million unter dem letzten Jahr. In den letzten fünf Jahren aber konnte der Ertrag um knapp 3 Millionen Franken gesteigert werden.

Die neue Bergbahn ist geleast

Auffällig in der aktuellen Bilanz ist die hohe Leasingverbindlichkeit von 14 Millionen Franken. Wie aus einem Interview von ­Mélanie Eppenberger auf der Internetseite der Credit Suisse zu lesen ist, haben die Toggenburg Bergbahnen AG offenbar die neue Bergbahn geleast. «Im Unterschied zur Drittfinanzierung wechseln beim Leasing weder ­Investoren noch Konditionen oder Zinssätze. Das schafft Sicherheit und Stabilität», so Mélanie Eppenberger.

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