UNIHOCKEY: Perfekter Vorrundenabschluss mit 3:2-Sieg

Die Hälfte der 2.-Liga-Meisterschaft hat der UHC Rangers Grabs-Werdenberg nun hinter sich. Es hat sich gezeigt, dass der Aufsteiger in dieser Spielklasse nicht nur mithalten kann, sondern zu den besten Teams zählt.

Merken
Drucken
Teilen
Remo Tischhauser (am Ball) erzielt gegen den UHC Laupen zwei Powerplaytore und führt die Rangers so zum 3:2-Sieg. (Bild: Robert Kucera)

Remo Tischhauser (am Ball) erzielt gegen den UHC Laupen zwei Powerplaytore und führt die Rangers so zum 3:2-Sieg. (Bild: Robert Kucera)

Die Vorrundenbilanz liest sich mit sechs Siegen aus neun Spielen ausgezeichnet. Die Vorgabe, nicht am Tabellenende herumzudümpeln, sondern einen Mittelfeldplatz zu belegen, wurde von den Rangers bis jetzt meisterlich umgesetzt. Grabs-Werdenberg ist Tabellenvierter und präsentiert sich im Grossen und Ganzen als konstant agierende Mannschaft. Ausreisser nach oben – Leader Bassersdorf Nürensdorf fügten die Rangers die bislang einzige Niederlage zu – oder nach unten wie dem zu knappen Sieg nach der Verlängerung gegen den Letzten, Kadetten UH Schaff­hausen, gehörten ebenso ins ­Repertoire der Rangers.

Matchwinner Michael Vetsch und Remo Tischhauser

Im letzten Spiel der Vorrunde mussten sich die Grabser ebenfalls lange gedulden, ehe sie den Sieg bejubeln konnten. Denn die Partie gegen den UHC Laupen stand bis in die Schlusssekunden auf Messers Schneide. «Wir haben gewusst, dass es ein harter Kampf wird», so Trainer Tobias Frehner. Vor allem war das Team darauf gefasst, dass es viel Arbeit in der Defensive geben wird. Denn Laupen schoss in den zwei Spielen zuvor total 32 Tore. Das Startdrittel verlief ausgeglichen, mit zahlreichen Chancen hüben wie drüben. Mit dem ersten Angriff der Rangers in der zweiten Minute brachte Rolf Rüegger die Gastgeber in Front, Noel Keller glich in der 14. Minute nicht unverdient aus. Dominant trat dann Laupen im mittleren Spielabschnitt auf – respektive liessen die Grabser nach. «Wir waren ­etwas passiver und gingen nicht mehr so in die Zweikämpfe rein», übt Frehner Kritik. Die Folge: ein offensives Feuerwerk mit Grosschancen im Minutentakt. Doch Rangers-Torhüter Michael Vetsch legte sein Veto gegen die Gäste-Führung ein. Er trieb mit seinen Paraden die Laupener zur Verzweiflung, die gegnerischen Fans überschütteten ihn derweil mit viel Lob. Das Geschehen auf dem Spielfeld stellte dann Remo Tischhauser in der 38. Minute endgültig auf den Kopf. Von Hans Sturzenegger im Powerplay ­mustergültig im Slot angespielt, fackelte er nicht lange und schoss das 2:1. Die Führung hielt aber nicht lange. Roger Keller traf nur 109 Sekunden zum 2:2.

Die Pause tat vor allem Grabs-Werdenberg gut. Nun besann man sich wieder auf defensive Tugenden. Die Angriffe wurden früher abgefangen, Schüsse abgeblockt, nur selten kam Tor­gefahr vor Vetsch auf. Dagegen zeigten sich die Rangers nun auch in der Offensive aktiver. Es brauchte aber ein weiteres Überzahlspiel, um zu skoren. Erneut stand Remo Tischhauser im Slot bereit und versenkte nach herr­lichem Zuspiel Samuel Altherrs eiskalt. «Wir haben zum Glück aufs letzte Drittel den Schalter umlegen können», ist Frehner zufrieden mit der Reaktion seiner Crew. Ihm gefiel in dieser Partie vor allem das Kollektiv: «Es ist eine Einheit auf dem Platz.»

Beste Defensive der 2.-Liga-Gruppe 4

Mannschaftliche Geschlossenheit ist aber nur das eine Erfolgsrezept des UHC Rangers Grabs-Werdenberg in seiner ersten 2.-Liga-Saison. «Wir sind jene Mannschaft, die am wenigsten Tore erhalten hat. Unser Defensivkonzept ist die Basis unseres Erfolgs», hält der Trainer fest. So kann auch kaschiert werden, dass in ihrer 2.-Liga-Gruppe nur die beiden abgeschlagenen Tabellenletzten weniger Torer erzielt haben. «Die Jungs wissen, wie sie ohne Ball spielen sollen. Doch im Spiel mit dem Ball gibt es noch viel Luft nach oben.»

Doch ist der vierte Platz des Aufsteigers wirklich eine Über­raschung? Schliesslich habe man um die Qualität der Mannschaft, gespickt mit ehemaligen NLA- und NLB-Spielern, gewusst. «Natürlich bin ich froh, dass es so gut läuft und ich bin auch stolz auf die Mannschaft. Doch wir müssen realistisch bleiben. Es gibt wieder enge Matches, in welchen wir vielleicht nicht mehr die Glück­lichen sind», warnt Tobias Frehner vor verfrühtem Zurücklehnen. «Wir wissen, dass wir fighten müssen. Bauen wir nur schon fünf Prozent ab, schlägt es ein. Wir müssen immer weiter aufs Gas drücken, in die Zweikämpfe gehen – dann kommt es gut.» Mit der Tatsache, bereits jetzt aus dem Abstiegskampf raus zu sein, will sich der Trainer nicht zu­friedengeben. «Wir müssen bis zum Schluss dran bleiben und gegen jeden Gegner eine gute Leistung bringen.»

Robert Kucera

robert.kucera@wundo.ch