Ungerechte Steuerprivilegien

«Nein zur versteckten Steuererhöhung» Ausgabe vom 6. November 2015

Merken
Drucken
Teilen

Mit «Nein zur versteckten Steuererhöhung» schreibt der Präsident des Arbeitgeberverbandes gegen die Abschaffung des Pendlerabzuges. Und er gibt vor, dass vor allem Arbeitnehmende betroffen sind. Das Gegenteil ist der Fall! Die Tatsachen sehen anders aus – man vergleiche den Beitrag im W&O vom Montag «Pendlerabzüge nicht für alle gleich»: Autopendler ziehen 400 Millionen ab!

Von den ökologischen Folgen müssen wir gar nicht reden! Mein Sohn rechnet mir vor, wie viel an Steuern er einsparen würde, wenn er die rund 90 Kilometer täglich statt mit dem Zug mit dem PW zurücklegen würde: Sein Umweltschutz durch den Verzicht auf den Auto-Pendlerabzug kommt ihm so teuer zu stehen!

Unsere Gesellschaft lässt uns die Wahl der Verkehrsmittel, das soll weiter gelten – aber der Staat sollte nicht den privaten PW steuerlich privilegieren und extreme Arbeitswege mit dem Auto belohnen.

Steuergeschenke für viel fahrende Automobilisten sind nicht nur für den Staat, sondern noch mehr für die Natur ein schlechtes Geschäft: Sie sind ein Anreiz für eine verkehrte Verkehrspolitik. Der ökologisch bewusste Steuerzahler und der Kluge – der fährt ohnehin im Zuge – haben das Nachsehen; 700 Franken darf man für das Velo höchstens abziehen.

Der Steuerabzug für den privaten PW war bis jetzt vor allem für Vermögende ein lukratives Steuergeschenk, denn gerade bei hohen Einkommen schlagen die happigen Abzüge auch happig zu Buche, am meisten wohl bei den Reichsten in den Steueroasen. Es sind darum auch vor allem diese Kreise, die sich für die Beibehaltung ihrer Privilegien einsetzen… und wieder einmal sind es die SVP-Parlamentarier, die sich mit dem Referendum aktiv für die Interessen der Reichen einsetzen. Wegen ihrem Kampf gegen den Staat (Runter mit den Steuern und dafür lieber höhere unsoziale Abgaben). Aus ihrer Ablehnung eines Ausbaus des öV (Abbau der Subventionen). In ihrer konsequenten Ablehnung jeder Umweltpolitik (vergleiche Umwelt-Rating).

Darum ein klares Ja zur Abschaffung der ungerechten Pendlerabzüge: Dafür sprechen Ökonomie, Ökologie und Steuergerechtigkeit.

Otto Ackermann

Profasonweg 7, Fontnas