Unfairer Wettbewerb: EU-Behörde droht Google mit Milliardenstrafe

BRÜSSEL. Die EU-Kommission verschärft die Gangart im Wettbewerbsverfahren gegen Google. Vor allem die prominent plazierten Treffer des Preisvergleichs Google Shopping sind ihr ein Dorn im Auge. Sie will aber auch das Google-Betriebssystem Android genauer untersuchen.

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BRÜSSEL. Die EU-Kommission verschärft die Gangart im Wettbewerbsverfahren gegen Google. Vor allem die prominent plazierten Treffer des Preisvergleichs Google Shopping sind ihr ein Dorn im Auge. Sie will aber auch das Google-Betriebssystem Android genauer untersuchen.

Die Kommission ermittelt seit fünf Jahren in dem Fall. Nun wirft die EU-Behörde Google offiziell unfairen Wettbewerb vor und verschickte gestern die Beschwerdepunkte an den US-Konzern. In letzter Konsequenz drohen dem Internet-Giganten ein Bussgeld von bis zu 6,6 Milliarden Euro sowie Auflagen für sein Geschäftsmodell in Europa.

Die Kommission wirft Google vor, systematisch den eigenen Preisvergleichsdienst zu bevorzugen. Die Treffer würden prominent plaziert, was Wettbewerbern wie Konsumenten schade. Dominierende Unternehmen hätten die Verantwortung, ihre Position nicht auszunutzen, indem sie den Wettbewerb behindern, mahnte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Unter die Lupe nimmt Vestager auch das Smartphone-Betriebssystem Android. Dieses ist eigentlich frei und kostenlos. Hersteller müssen jedoch Gebühren bezahlen, wenn sie Google-Dienste wie Maps oder GMail auf ihren Geräten anbieten wollen.

Auch Harald Welzer, Sozialpsychologe und HSG-Gastdozent, kritisiert Google. Die digitale Welt sei eine «totalitäre Macht», stellt er in einem Buch fest. (sda/dbu) • FOCUS 11/THEMA 15

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