Unbezahlte Elektrogeräte weiterverkauft

KANTON ST. GALLEN. Das Kantonsgericht St. Gallen hat eine 24-Jährige wegen verschiedener Vergehen zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten verurteilt. Davon sind sechs Monate vollziehbar; bei 22 Monaten wird der Vollzug mit einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben.

Claudia Schmid
Merken
Drucken
Teilen

KANTON ST. GALLEN. Das Kantonsgericht St. Gallen hat eine 24-Jährige wegen verschiedener Vergehen zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten verurteilt. Davon sind sechs Monate vollziehbar; bei 22 Monaten wird der Vollzug mit einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben. Zudem muss die Beschuldigte eine Busse von 300 Franken bezahlen. Mit diesem Entscheid hat das Kantonsgericht das Urteil der Vorinstanz grossmehrheitlich geschützt.

Geräte für 30 000 Franken

Im Berufungsverfahren wehrte sich die 24-Jährige gegen die Vorwürfe des gewerbsmässigen Betrugs und der Täuschung der Behörden. Die Frau hatte bereits bei der ersten Gerichtsverhandlung zugegeben, dass sie in mehreren Filialen eines Elektrogeschäftes gegen Rechnung Kaufverträge unterschrieb. Sie hatte nie die Absicht, die Waren zu bezahlen. Die Mobiltelefone und Notebooks im Wert von rund 30 000 Franken verkaufte sie weiter und verwendete das Geld für ihren Lebensunterhalt oder verschenkte es an eine Kollegin. In die illegalen Geschäfte waren mehrere Personen involviert. Ihre Mandantin habe sich zwar des Betrugs schuldig gemacht, doch nicht der Gewerbsmässigkeit, sagte die Verteidigerin vor Kantonsgericht. Die Beschuldigte sei zur Zeit der Delikte erst 19 Jahre alt gewesen. Sie sei durch ihre Hilfsbereitschaft und einen falschen Kollegenkreis auf Abwege gekommen.

«Aus Liebe geheiratet»

Beim Vorwurf der Täuschung der Behörden wurde ihr angelastet, dass sie nur geheiratet habe, damit ihr Ehemann eine Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz erhalte. Sie habe zu ihrem Ehemann keine Beziehung geführt und auch nicht beabsichtigt, die Ehe zu leben. Sie habe den Mann geliebt, lebe nun aber in Scheidung, weil er sie geschlagen habe, betonte die 24-Jährige. Die Staatsanwältin beantragte die Abweisung der Berufung. Der Tatbestand der Gewerbsmässigkeit sei erfüllt, da die Frau innert kurzer Zeit 14 Delikte verübt habe. Der Beteuerung, bei der Ehe habe es sich um eine Liebesheirat gehandelt, stünden zu viele Hinweise auf eine Scheinehe entgegen. Das Kantonsgericht wich nur unwesentlich vom Entscheid der Vorinstanz ab.