Unbegründete Vorwürfe

Leserbrief «Einschreiten des Rektors war richtig» Ausgabe vom 3. Februar 2015

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LESERBRIEF

In einem Leserbrief vom 3. Februar «Einschreiten des Rektors war richtig» wird dem Kantilehrer S. vieles vorgeworfen, ohne das der Leser erfährt, worauf sich diese Behauptungen stützen. Es ist zum Beispiel die Rede von einem Mangel in der Vermittlung von Mathematik. Aus den bisherigen Zeitungsartikeln war aber zu entnehmen, dass der Kündigungsgrund nur das zu hohe Unterrichtsniveau sei. Zudem wird behauptet, dass S. jeweils nur eine kleine Elite gefördert und den Rest der Klasse ausser Acht gelassen habe. Da ich bei S. mit guten Noten abgeschnitten habe, würde mich der Autor wahrscheinlich zu dieser «Elite» zählen. Während der Kantizeit verspürte ich einen grossen Hunger nach mathematischen Aufgaben und wurde bei der Schweizer Mathematik-Olympiade fündig. Ich sass beim Mathe-Unterricht von S. in der letzten Reihe und beschäftigte mich meist selbständig mit Olympiaden-Aufgaben. Es wäre mir unangenehm und peinlich gegenüber meiner Klasse gewesen, hätte S. den Unterricht meinetwegen angepasst. Meine Mitschüler können sicherlich bestätigen, dass es S. nicht darum ging, eine Elite zu fördern. Wie dem Leserbrief zu entnehmen ist, schneidet die Kanti Sargans erfreulicherweise bei den Studienerfolgen gut ab, was auch für meine ehemalige Klasse durchaus zutrifft. Ich wage zu behaupten, dass dies eher den Lehrkräften an der KSS als den hinterlistigen Machenschaften des Rektors zu verdanken ist.

Das Bildungsdepartement St. Gallen (BD) lässt in einer Stellungnahme indirekt den Anschein erwecken, dass der Unterricht von S. so streng wie an der ETH sei. Wie das BD auf diese Aussage kommt, ist mir schleierhaft. Wer beides kennt weiss, dass es noch einen beträchtlichen Unterschied gibt zwischen dem Unterricht von S. und den Vorlesungen an der ETH. Das BD sollte da nochmals über die Bücher! Ansonsten bleibt der St. Galler Bevölkerung nur noch übrig, bei den nächsten Wahlen den verantwortlichen Regierungsrat nicht mehr auf die Wahlliste zu schreiben.

Markus Sprecher

Rappenloch, 9472 Grabserberg

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