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ULTRASPORT: Daniel Meier: «Mut haben zur Pause»

Vom 16. bis 31. August findet ein Ultratriathlon-Weltcuprennen im und ums Freibad Buchs statt. Im Gegensatz zum Vorjahr wird ein Teil der Athleten die einzelnen Disziplinen in einem Stück absolvieren.
Kehrt sehr gerne nach Buchs zurück und will dieses Mal mehr Spass haben: Daniel Meier. (Bild: Robert Kucera)

Kehrt sehr gerne nach Buchs zurück und will dieses Mal mehr Spass haben: Daniel Meier. (Bild: Robert Kucera)

Ein Jahr nach dem Deca und Double Deca Ultratriathlon ist Buchs erneut Schauplatz eines Ultrasport-Anlasses, der über mehrere Tage geht. Die Athleten können dabei aus vier verschiedenen Kategorien auswählen: den Deca Continuous, den Deca one per day, den Quintuple Continuous sowie den Quintuple one per day. Zur Erklärung: Deca bedeutet zehnfach, Quintuple fünffach. Es sind somit entweder fünf oder zehn Ironmans zu bestreiten, der aus 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren sowie einem Marathon (42,195 Kilometer) besteht.

Die einen bestreiten, wie im Vorjahr an gleicher Wettkampfstätte im und ums Freibad Buchs, jeden Tag einen kompletten Ironman, bis sie ihr Ziel nach fünf respektive zehn Tagen erreicht haben. Eine andere Variante ist der Continuous. Hier wird zunächst die gesamte Strecke geschwommen, dann auf dem Rad absolviert und zuletzt gelaufen. Die Athleten des Deca Continuous schwimmen also in einem Stück 38 Kilometer, absolvieren eine 1800 Kilometer lange Radstrecke und dürfen zum Abschluss noch 421,95 Kilometer laufen.

Mitorganisator und Teilnehmer ist erneut der Winterthurer Daniel Meier. «Als ich nach Buchs gefahren bin, kam alles wieder hoch. Als wäre es gestern gewesen, erinnere ich mich daran, wie ich nach 20 Tagen ins Ziel gekommen bin.» Er fühlt sich sehr wohl in Buchs und bezeichnet die Region als eine Art zweites Zuhause. Ihm gefällt die «lässige und kurzweilige Strecke» und dass die Leute im Werdenberg alle so freundlich und herzlich sind.

Körper gibt den Wettkampfrhythmus vor

Nicht nur aus sportlicher Sicht ist die Rückkehr positiv. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Buchs gestaltet sich unkompliziert. «Wir kennen sie, und sie kennen uns.» Dies und die Vorzüge der Strecke (sicher, schnell, übersichtlich) führten dazu, dass ein Jahr nach der Premiere erneut so ein Event in Buchs stattfindet. «Solche Kriterien findet man nicht überall», schwärmt Meier und hält fest: «Wenn man auch für die Sicherheit der Athleten verantwortlich ist, kehrt man gerne dorthin zurück, wo man sich wohl fühlt.»

Daniel Meier wird dieses Jahr den Deca Continuous absolvieren. Für ihn ist es keineswegs selbstverständlich, dass er den Weg ins Ziel findet. Der andere Modus sorgt für grosse Anspannung, bisweilen sogar Unsicherheit. Sowohl körperlich wie auch mental stellt der Continuous-Wettkampf eine spezielle Herausforderung dar. Da die einzelnen Sportarten in einem Ruck bestritten werden, wird stets die gleiche Muskulatur beansprucht, die Gelenke können übermüden, Überlastungssymptome und Entzünden sind nicht selten die Folge. «Auch kleine Verletzungen muss man sofort pflegen. Wer die Symptome nicht richtig deutet, riskiert, dass es schlimmer wird und zur Aufgabe führt», beschreibt Meier die grosse Gefahr dieses Anlasses. Das andere Risiko ist die Nahrungsaufnahme. «Man muss Mut haben zur Pause», nennt Meier die richtige Taktik. Dass man in einen Hungerast gerät, ist der häufigste Fehler der Athleten.

Apropos Pause: Im Continuous-Wettkampf ist diese frei wählbar. Jeder Athlet bestimmt selbstständig, wann er eine Pause einlegt oder schlafen geht. Daniel Meier wird wie folgt vorgehen: «Ich höre ganz genau auf meinen Körper. Er gibt den Rhythmus vor.» Zudem wird er sein Augenmerk auch auf die äusseren Bedingungen richten. Zum Beispiel bei Hitze ruhen und bei angenehmen Temperaturen auf die Strecke gehen.

Meier hat weder ein Zeit- noch ein Rangziel. Das Beenden des Wettkampfs hat Priorität. Der Winterthurer will zudem erfahren, ob es wirklich stimmt, dass der Continuous der härtere Wettkampf als der one per day ist. Wichtig ist ihm auch, dass er mehr Spass hat als im Vorjahr. «Ich war zu verbissen und bereue, dass ich zu wenig humorvoll war. Dieses Mal will ich mehr dumme Sprüche machen, nicht mehr alles so ernst nehmen, den Kopf aber trotzdem bei der Sache haben.»

Alexandra Meixner geht auf Weltrekordjagd

Eine spezielle Teilnehmerin ist die Weltrekordhalterin im Double Deca, Alexandra Meixner. Sie kehrt an jenen Ort zurück, wo ­sie vor einem Jahr als erste Frau 20 Ironmans an 20 aufeinanderfolgen Tagen geschafft hat. Wie Daniel Meier sagt, habe die Österreicherin dem Anlass zunächst eine Absage erteilt. «Sie bestritt bereits den Race across America dieses Jahr. Dieser und unser Anlass liegen zeitlich zu nahe beieinander. Man kann nach so einem Rennen nicht einfach so noch einen Deca machen.» Doch je länger die zwei in guten Erinnerungen an Buchs schwelgten, desto mehr kamen bei Meixner die positive Stimmung vom letzten Jahr und die Emotionen hoch. «Sie sagte dann, sie müsse noch einmal bei uns dabei sein», freut sich Meier über die Zusage. Alleine wegen der Atmosphäre wird Alexandra Meixner in Buchs aber nicht an den Start gehen. Sie geht erneut auf Weltrekordjagd, will den Deca Continuous als erste Frau unter 250 Stunden beenden. «Wir tun alles dafür, dass sie es schafft», so Daniel Meier.

Robert Kucera

robert.kucera@wundo.ch

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