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ÜBERNACHTUNGSZAHLEN: Viele Hotelbetten bleiben kalt

In den Toggenburger Hotels wurden im vergangenen Jahr über 8 Prozent weniger Logiernächte gezählt als im Jahr zuvor. Der Trend im Kanton St. Gallen zeigte allerdings aufwärts.
Sabine Schmid
An vier von fünf Tagen bleiben die Hotelbetten im Toggenburg kalt. (Bild: Andree-Noelle Pot/Keystone)

An vier von fünf Tagen bleiben die Hotelbetten im Toggenburg kalt. (Bild: Andree-Noelle Pot/Keystone)

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

Die Hotellerie ist ein hartes Geschäft, vor allem im Toggenburg. Das geht aus der Statistik der Übernachtungszahlen in der Hotellerie hervor, die der Kanton St. Gallen in diesen Tagen veröffentlicht hat. Während der Trend im gesamten Kanton sowohl bei den Ankünften (2,8 Prozent) als auch bei der Anzahl Logiernächten (1,5 Prozent) nach oben zeigt, sind diese beiden Werte in der Destination Toggenburg im vergangenen Jahr gesunken. Die Hotelbetriebe in der Region verzeichneten 4,7 Prozent weniger Ankünfte und sogar 8,1 Prozent weniger Logiernächte.

Christian Gressbach ist Direktor von Toggenburg Tourismus. Er findet, dass man aus diesen Zahlen nicht per se schliessen könne, dass es dem Tourismus schlecht gehe. «Die Übernachtungszahlen sind nur eine Messgrösse und decken nur einen Aspekt ab. Der gesamte Tagestourismus, aber auch die Übernachtungszahlen in Ferienwohnungen, in Lagerhäusern und auf Campingplätzen werden nicht abgebildet», sagt er. Auch das Reka-Ferienzentrum in Wildhaus, das im vergangenen Jahr hohe Übernachtungszahlen verzeichnet hat, wird in dieser Statistik nicht widerspiegelt.

Dennoch weiss Christian Gressbach, wie wichtig der Übernachtungstourismus für eine Destination ist, und zwar nicht nur für die Hoteliers. Aus diesem Grund müssen die Gäste überzeugt werden, im Toggenburg auch zu übernachten. «Wir müssen diesen erneuten Rückgang von Logiernächten kritisch hinterfragen und unsere Strategie überdenken.» Es sei jetzt höchste Zeit, dass alle Leistungsträger – und da nimmt Christian Gressbach auch Toggenburg Tourismus nicht heraus – ihre Hausaufgaben machen.

Der Sommer ist stärker als der Winter

Schaut man die Zahlen detaillierter an, so wird schnell ersichtlich, dass die Sommersaison bezüglich der Anzahl Ankünfte und Logiernächte stärker ist als der Winter. In der Destination Toggenburg reisten zwischen Mai und Oktober 30724 Gäste an, die 63922 Logiernächte generierten. Dies entspricht einer durchschnittlichen Verweildauer von gut zwei Nächten. Im Winterhalbjahr 2016/2017 verbrachten 22558 Gäste insgesamt 52498 Nächte in Toggenburger Hotels. Dies entspricht einem Durchschnitt von über 2,3 Nächte. Die Gäste bleiben also im Winter etwas länger im Toggenburg. Christian Gressbach begründet dies damit, dass schwache Monate wie der November und der April zum Winterhalbjahr gezählt werden. Zudem werde der Herbst für den Tourismus immer wichtiger.

«Der Sommer ist eine Chance, aber der Winter ist trotzdem noch immer sehr stark», sagt Gressbach. Der Februar ist 2018 der stärkste Monat gewesen. Trotzdem: Die Auslastung der Betten, über alle Betriebe der Destination gesehen, liegt bei gerade einmal 20 Prozent. Anders ausgedrückt: An vier von fünf Tagen bleiben die Hotelbetten im Toggenburg kalt. Mit diesen Zahlen halte die Destination mit anderen ländlichen Gebieten mit, sagt der Touristiker. Doch Gressbach betont: «Die Hotellerie ist wichtig für die Destination, und darum müssen wir hier den Hebel ansetzen.» Konkret fördert Toggenburg Tourismus den Seminartourismus und startete vor wenigen Monaten ein Hotelförderungsprojekt. Das in Wildhaus geplante neue Familienhotel könnte ein neues Kundensegment anziehen und eine positive Wirkung auf das Angebot im Übernachtungssegment haben.

Die meisten Gäste stammen aus der Schweiz

Nach wie vor deutlich ist das Bild bezüglich der Herkunft der Übernachtungsgäste. Etwa 85 Prozent stammen aus der Schweiz. Dies sei einerseits der Marktbearbeitung geschuldet, erklärt Gressbach. Andererseits reisten die ausländischen Touristen in grössere und bekanntere Destinationen.

Bei den Gästen aus dem Ausland entfällt der grösste Teil auf Deutschland. Ihr Anteil hat sich – nach einem massiven Rückgang nach dem Frankenschock – bei einer stabilen Anzahl von 6000 Übernachtungen pro Jahr eingependelt.

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