Über Finanzdepartement empört

Die Schweizer Seilbahnbranche ist unzufrieden mit dem Finanzdepartement. Dieses will die teilweise Befreiung der Pistenfahrzeuge von der Mineralölsteuer an kostentreibende Bedingungen knüpfen.

Leo Coray
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Den Vorstand aufgestockt: SBS-Präsident Dominique de Buman (links) mit dem neuen Ostschweizer Vorstandsmitglied Roger Walser. (Bild: Leo Coray)

Den Vorstand aufgestockt: SBS-Präsident Dominique de Buman (links) mit dem neuen Ostschweizer Vorstandsmitglied Roger Walser. (Bild: Leo Coray)

LANDQUART/BAD RAGAZ. «Wir sind empört», sagte Präsident Dominique de Buman am Donnerstag an der 44. Generalversammlung des Verbands Seilbahnen Schweiz (SBS) in Landquart. Als Grund nannte der Freiburger Nationalrat die Absicht des Eidgenössischen Finanzdepartements, die volle Steuerentlastung nur bei Fahrzeugen mit Partikelfilter zu gewähren. Dies entspreche nicht dem Inhalt der Motion, die das Parlament vor einem Jahr gutgeheissen habe.

Rascher umsetzen

Die Motion verlangt, dass Treibstoff für Pistenfahrzeuge von jenem Teil der Mineralölsteuer befreit wird, der zweckgebunden in den Strassenverkehr fliesst, da Pistenfahrzeuge ja keine Strassen benützten. «Die Motion ist so umzusetzen, wie sie das Parlament beschlossen hat – ohne Koppelung an irgendwelche andere Anliegen», forderte de Buman. Ebenfalls erwarte er, dass die Steuerentlastung spätestens Anfang 2016 in Kraft trete und nicht erst ein oder gar zwei Jahre später, wie es die Verwaltung durchblicken lasse.

«Wie bringen wir die Jugend vermehrt auf den Schnee?», benannte Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport, eine gemeinsame Sorge des Bundes und der Seilbahnbranche. Seine Antwort: Vor einem Jahr sei von Bund, Kantonen, SBS, Schneesportverbänden, Schulen und Tourismuskreisen der Verein Schneesportinitiative Schweiz gegründet worden mit dem Ziel, verschiedene bestehende Angebote für Schulen auszubauen und zu koordinieren. Die Vision ist laut Remund, dass möglichst viele Kinder bis zur vierten Klasse Schneesporttage erleben können sollen und ältere Kinder Schneesportwochen in Lagern.

Kinder in den Schnee

Angeboten werden sollen massiv vergünstigte Pauschalpakete, die für die Lehrkräfte mit nur wenig Organisationsaufwand verbunden sind. Als ersten Schritt hat der Bundesrat gemäss Remund beschlossen, die Entschädigungen für Jugend+Sport-Schneesportlager auf jährlich 400 000 Franken zu verdoppeln. Unterstützt wird die Initiative durch de Bumans Motion «Lancierung und Umsetzung einer Schneesportinitiative», die vom Nationalrat bereits gutgeheissen wurde.

Dem SBS gehören in acht Regionalverbänden 370 Seilbahnunternehmen mit 1694 Anlagen an. Organisiert wurde die von 300 Personen besuchte und in Landquart, Flums und Bad Ragaz stattfindende zweitägige Generalversammlung vom Ostschweizer Verband der Seilbahnunternehmungen (OSVS). Wie Volkswirtschaftsdirektor Benedikt Würth sagte, trügen die Seilbahnen mit den Investitionen und der touristischen Anziehungskraft dazu bei, die Abwanderung im Berggebiet zu verhindern. Als Beispiel nannte er die Ostschweizer Gebiete Säntis, Flumserberg und Pizol, wo in den letzten Jahren weit über 100 Mio. Franken investiert wurden.

Roger Walser gewählt

Die Versammlung genehmigte die Vergrösserung des Vorstands auf acht Personen, damit der OSVS nach dem Rücktritt des damaligen SBS-Präsidenten Hans Höhener (Teufen) vor vier Jahren wieder einen Sitz erhält. Gewählt wurde OSVS-Präsident und -Geschäftsführer Roger Walser (Walenstadt). Für den nach acht Jahren demissionierenden Bündner Vertreter Markus Meili (St. Moritz) rückte Philipp Holenstein (Arosa) nach. Der zurücktretende Zentralschweizer Vertreter Karl Lustenberger (Sörenberg) wurde durch Sepp Odermatt (Beckenried-Emmetten) ersetzt.

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