Über die total vernetzte Zukunft

Die 4. Industrielle Revolution und deren Herausforderungen und Chancen stand gestern nachmittag im Zentrum des Technologietages 2015. An der Hochschule NTB skizzierten hochkarätige Referenten die Wege zum Erfolg.

Armando Bianco
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Die Zukunft der Industrie und des Menschen ist vernetzt und digital: Vorteile hat, wer schon frühzeitig den Durchblick schafft. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

Die Zukunft der Industrie und des Menschen ist vernetzt und digital: Vorteile hat, wer schon frühzeitig den Durchblick schafft. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

BUCHS. 175 Teilnehmer hatten sich für den Technologietag 2015 an der NTB angemeldet, der Anlass war Tage vorher schon ausverkauft, das Thema hochaktuell und die Zukunft abbildend: «Industrie 4.0 - ein roter Faden». Die hochkarätigen Referenten berichteten auf vielfältige und interessante Weise aus Theorie und Praxis, zeigten auf, was die Buchser Hochschule NTB als Ausbildungs- und Dienstleistungsort leisten kann, und wie die regionale Industrie davon profitieren kann. «Unser Technologietag will gezielt auch Aspekte der konkreten Realisierung aufzeigen», sprach NTB-Prorektor Daniel Lippuner eine der grossen Stärken seiner Schule an – den Praxis- und Alltagsnutzen.

Anfang des grossen Umbruchs

Die Herausforderungen und Lösungsansätze zur digitalen Zukunft und der Nutzung experimenteller Technologien sind schliesslich vielfältig und anspruchsvoll. Die 4. Industrielle Revolution ist geprägt von Vernetzung von Wissen, Informationen, Daten und Techniken. Daniel Lippuner sprach deshalb gestern auch von der «totalen Vernetzung» und vom «Internet der Dinge».

Weite Teile der Industrie befinden sich derzeit in einem Umbruch der Produktionsprozesse, der zu den vielbeschworenen Veränderungen führen wird. Der international reputierte Referent Ralf C. Schlaepfer von der Deloitte AG warf deshalb die Frage in den Raum, welche der führenden Unternehmen von heute auch in Zukunft noch führen werden, und ob sie überhaupt noch bestehen werden. Beständigkeit ist nicht mehr unbedingt als massgebender Erfolgsfaktor zu werten. «Die Dinge passieren heute sehr viel schneller. Prozesse verlaufen meist nicht mehr linear, sondern exponentiell», so Ralf C. Schlaepfer. Als eines von mehreren Beispielen führte er den 3D-Druck an, auf den die Industrie grosse Stücke setzt - «was vorher teuer war, wird billig, die individuelle Fertigung einbezogen».

Wie Firmen profitieren können

Die Praxis am Werkplatz skizzierte in einem weiteren Referat Guido Piai, Leiter Institut für Elektronik, Sensorik und Aktorik an der NTB. Er nannte den Werkplatz 4.0 eine Mischung aus Evolution und Revolution. Diverse Mitarbeiter der NTB-Institute berichteten begleitend aus ihrem Praxisalltag und der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Firmen in der Region und der restlichen Schweiz.

In weiteren Plenarvorträgen und Veranstaltungen wurden beispielsweise die Gefahren und Risiken der Vernetzung von Menschen und Maschinen («Cyberwar») skizziert, die Zukunft der Auswertung von Informationen beleuchtet, die Chancen der Elektromobilität oder der Nutzen von Robotern in der Pflege dargestellt.

Der Technologietag vermittelte das Bild von einer Zukunft, die Herausforderungen und somit auch Chancen bietet, aber auch verlangt, dass grundsätzliche Sachen neu betrachtet, Altbekanntes umgemodelt oder niedergerissen wird. Und in der sich sich neue Dinge mit einem hohen Tempo bewegen.