UBS geht den umgekehrten Weg

REGION. Die St. Galler Kantonalbank (SGKB) kennt das Modell der Bank ohne Bargeldschalter für Ein- und Auszahlungen nicht, wie Yildiz Asan von der Medienstelle auf Anfrage unserer Zeitung feststellt. Seit Jahren sei die SGKB mit 37 Standorten auf dem Heimmarkt (Kanton St.

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REGION. Die St. Galler Kantonalbank (SGKB) kennt das Modell der Bank ohne Bargeldschalter für Ein- und Auszahlungen nicht, wie Yildiz Asan von der Medienstelle auf Anfrage unserer Zeitung feststellt. Seit Jahren sei die SGKB mit 37 Standorten auf dem Heimmarkt (Kanton St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden) präsent. An all diesen Standorten seien die Bankschalter für den Zahlungsverkehr wie für den Geldwechsel usw. besetzt. Und eine Änderung sei auch nicht geplant, sagt Asan. Eine Einschätzung zur neu «bargeldlosen» Raiffeisenbank in Buchs ist ihr nicht zu entlocken, denn das Geschäftsgebaren einer anderen Bank werde von der SGKB grundsätzlich nicht kommentiert.

Auch die UBS beurteilt den Schritt der Buchser Bank nicht. Sie selbst hat das Modell der «schalterlosen» Bank selbst «ausprobiert», damit aber offenbar keine allzu guten Erfahrungen gemacht.

UBS buchstabiert zurück

Denn in den letzten drei Jahren hat die UBS fast alle ihre rund 300 Geschäftsstellen in der Schweiz wieder auf das Format der bedienten «Geldschalter» umgebaut, wie Mediensprecher Yves Böni auf Anfrage sagt. Sie geht also genau den umgekehrten Weg der Raiffeisenbank in Buchs.

«Wir haben festgestellt, dass bei der Kundschaft in den lokalen Geschäftsstellen das Bedürfnis nach Bargeldgeschäften am bedienten Schalter weiterhin vorhanden ist», hält Böni fest. Nur einzelne Geschäftsstellen in Städten würden reine Bancomat-Banken bleiben, wenn gleich «daneben» eine weitere der UBS mit bedienten «Bargeldschaltern» sei.

«Keine Kundenfreundlichkeit»

«Ich beurteile diese Neuerung eindeutig als Abbau bei der Kundenfreundlichkeit», beurteilt Christoph Zoller von Pro Senectute die Aufhebung der Bargeldschalter bei der Raiffeisenbank in Buchs.

Der Regionalstellenleiter der Pro Senectute Rheintal-Werdenberg-Sarganserland zeigt sich darüber befremdet, dass ausgerechnet die Raiffeisenbank offenbar «Kleinkunden nicht mehr will». Vor allem ältere Personen, aber nicht nur sie, seien noch stark auf Bargeld bezogen und würden den elektronischen Geldverkehr eher meiden. Für diese Bank seien diese treuen Kundinnen und Kunden offenbar eine «verschwindende Minderheit», stellt Zoller fest. «Wenn die Bargeldschalter heutzutage wirklich so viel weniger genutzt werden, dann hätte man ja statt zwei oder drei auch nur noch einen Schalter weiterführen können», fügt er bei. Der radikale Schritt der Raiffeisenbank in Buchs sei eine weitere Entfremdung vom Geld, was Zoller generell als «schlecht» empfindet. Einmal mehr sei dies eine Aktion, bei der man der Kundschaft mehr Arbeit aufbürde.

Christoph Zoller wundert sich, dass Raiffeisen das Risiko in Kauf nehme, Kunden in die Arme anderer Banken oder der Postfinance zu treiben. Tatsächlich wurde in Buchs zumindest einem Kontoinhaber empfohlen, er könne den Wechsel von grossen in kleine Banknoten ja «bei der nahen Post» machen». Was er seit jeher bei «seiner Bank» machen konnte, gehe «hier nicht mehr». (ts)

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