TURNEN: Drei Elemente, die ineinander verschmelzen

Nach 42 Jahren hat die alte Fahne des STV Gams ausgedient. Sie hat gestern Sonntag einen würdigen Nachfolger erhalten, der für Begeisterung sorgte. Die moderne neue Fahne, so die Meinung, ist ein Schmuckstück geworden, das sich nicht zu verstecken braucht.

Robert Kucera
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Zu den Klängen der Bürgermusik Gams begrüsste die alte Fahne des STV Gams die neue Fahne und begibt sich nun in den Ruhestand. (Bilder: Robert Kucera)

Zu den Klängen der Bürgermusik Gams begrüsste die alte Fahne des STV Gams die neue Fahne und begibt sich nun in den Ruhestand. (Bilder: Robert Kucera)

Robert Kucera

robert.kucera@wundo.ch

Mit viel Musik – es spielten die Saxer Burgbächler und die Bürgermusik Gams auf –, kurzen Reden und drei Kostproben der Turner vom STV Gams im Showblock wurde die Fahnenweihe umrahmt. Eine neue Fahne, das war bis unter die Hallendecke der Turnhalle Widem zu spüren, ist auch im 21. Jahrhundert ein Grossereignis. Ein Akt, der für Emotionen sorgt. Erika Wismer, Präsidentin des STV Gams, hält denn auch fest, dass dieses Vereinsutensil was Besonderes für jeden Turner ist: «Eine Fahne hat unterstützende und bekräftigende Wirkung. Es zeigt gegen aussen und innen Verbundenheit auf.»

Die Ehre, die Fahne auf der Bühne zu entrollen, wurde den «Fahnen-Göttis» Isabell Lenherr und Stefan Bischoff ­zuteil. Tosender Applaus setzte aber erst ein, als das neue Schmuckstück des Turnvereins um 180 Grad gedreht wurde. Denn dann sah man den Schriftzug «STV Gams» nicht mehr spiegelverkehrt. Doch bis es so weit war, war viel Arbeit nötig. Wie Bischoff sagt, habe man die ersten Gespräche vor einem Jahr geführt, und dann musste es zügig vorangehen. «Denn so eine Produktion dauert vier Monate», erklärt er.

Vereinsaffinität zur Farbe Blau

Für die Grafik der neuen Fahne war Pia Niebling verantwortlich. «Zuerst redet man mit den Leuten des Vereins, denn es gibt gewisse Vorgaben und Vorstellungen. Auf diese probiert man einzugehen», erklärt sie die Anfänge ihrer Arbeit. «Wir wollten eine Verbindung von der alten zur neuen Fahne schaffen und etwas Modernes», sagt Bischoff, der ­festhält, man habe dem Grafikbüro nur wenig mitgegeben «und sie schaffen lassen». Für Niebling war dieser Auftrag eine Herausforderung. «Es ist meine erste Vereinsfahne. Ich recherchierte also, was es schon gibt, was haben andere.» Fest stand für sie aber auch, dass man etwas Neues probieren wollte und sich von anderen Fahnensujets abheben wolle. «So ist das Ganze gewachsen», meint Bischoff weiter. Varianten wurden vorgeschlagen, an den Details gefeilt, bis das Ganze ausgereift war und der Vorstand des STV Gams aus fünf vom Sujet her identischen Exemplaren, aber abweichenden Farben gewählt hat. Es gab gleich zwei Favoriten. Die Kreation, welche am Sonntag vorgestellt wurde, konnte sich nur knapp durchsetzen.

«Das Blau begleitet uns schon seit vielen Jahren. An dem wollten wir festhalten», äussert sich Präsidentin Wismer zu einem wichtigen Vorzug dieses Exemplars. «Die Farben waren eine ­Her­ausforderung», sagt Grafikerin ­Niebling. Wie sie sagt, habe man auch die Gemeindefarben einbinden wollen. «Aber das passte nicht. Der Turnverein hatte bisher Blau in seiner Fahne, ihr Traineranzug ist blau – so sind wir in dieser Welt geblieben, dass es zum Turnverein passt.»

«Eine schlichte und klassische Fahne, die zu uns passt»

Für «Fahnengötti» Bischoff steht fest: Die Fahne sagt klar aus: Hier kommt der STV Gams. «Es ist sehr stimmig von den Farben her, gradlinig und modern.» Am besten gefällt ihm nichts – es ist die ganze Fahne, die es ihm angetan hat. Vorab die drei Elemente, die ineinander verschmelzen. «Diese Elemente wollten wir unbedingt auf der Fahne haben. Sie stehen für die Disziplinen Leichtathletik, Geräteturnen und Gymnastik.» Niebling war sich dieser Tatsache von Beginn bewusst. «Es ist nicht ganz einfach, diese drei Disziplinen vereinfacht auf eine Fahne zu bringen und dass es eine schöne Einheit gibt.» Nun ergeben die drei Bereiche ein Bild. Die Figuren starten im Zentrum und bewegen sich zur Fahnengrenze. «Es soll Sportlichkeit rüberbringen», so Niebling. «Man muss aber mehr als einmal hinschauen, um die Abbildungen zu erkennen», sagt Bischoff und schmunzelt. «Das ist nicht schlecht. So wird über die Fahne diskutiert und ausgetauscht, was der eine sieht, was der andere.» Am Ende sind Pia Niebling, Erika Wismer und Stefan Bischoff einer Meinung: Sie sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, in ihren Worten schwingt auch Stolz mit. «Es ist eine schlichte und klassische Fahne, die zu uns passt», so die Präsidentin. Unkompliziert wie der Verein selbst und mit einem speziellen Feature versehen. Denn das Wappen der Gemeinde Gams ist als Wasserzeichen auf der Fahne vorzufinden. «Wenn die Fahne geschwungen wird, sieht man das Gams-Böckli sehr gut.» Bischoff hält abschliessend fest: «Ich bin überzeugt, dass die Fahne auch in 20 oder 25 Jahren noch ein sehr gutes Bild abgeben wird.»