TURNEN: Doppelte Vorfreude beim TV Oberschan

Für den Wartauer Turnverein starten in diesem Jahr nach sechsjähriger Pause wieder zwei Aerobic-Teams an den Schweizer Meisterschaften. Aktive wie auch die Jugend verfolgen ein gemeinsames Ziel: Zufriedenheit mit der eigenen Leistung statt Titelträume.

Miriam Küpper
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Von allem was dabei: Bei den Oberschaner Aerobic-SM-Teilnehmern werden die individuellen Stärken gefördert und eingebaut. (Bild: Miriam Küpper)

Von allem was dabei: Bei den Oberschaner Aerobic-SM-Teilnehmern werden die individuellen Stärken gefördert und eingebaut. (Bild: Miriam Küpper)

Miriam Küpper

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«In diesem Jahr treten zwei Teams aus unserem Verein an; das heisst doppelte Freude», erklärt die Leiterin des Aktiv-Teams, Maria Schöb. Während sie mit ihrem Team im vergangenen Jahr an den Schweizer Meisterschaften (SM) sogar das Podest (dritter Rang) erklimmen durfte, startet die Jugendtruppe erstmals seit 2011 wieder an den nationalen Meisterschaften.

Nervosität steigt bei Jugend

Mit der Freude steige aber auch die Nervosität, da sind sich Maria Schöb und der zweite Leiter ­Renato Corrocher einig. Insbesondere bei den jüngeren Starterinnen, die noch nicht so lange in der Team Aerobic zu Hause sind, ist die SM mit Nervosität ver­bunden. Trotzdem könne man es nicht erwarten, dass «es endlich losgeht». Falls die Nervosität der Jugend-Turnerinnen während des Wettbewerbs bei den Gleich­gewichtsübungen nicht in die Quere kommt, erwartet Corrocher eine gute Performance. «Ich ­denke, unsere Sicherheit, die Harmonie und unser Engagement kann durchaus unsere Stärke werden», spekuliert der «Doppelstarter» als Turner und Trainer. Der Zusammenhalt im Team sei auch ausserhalb der Turnhalle sehr stark: «Mit viel Teamgeist haben wir motiviert und konzentriert trainiert, wobei wir alle Schritte wiederholt und genau definiert haben.» Die Ziele an der SM sind, wie schon bei den Aktiven, eher bescheiden gesteckt: «Jedes Mitglied unserer Gruppe soll einen Superdurchgang vorführen können, damit sie zu­frieden mit ihrer Leistung sind», sagt Corrocher. Der Spass stehe bei so einer Teilnahme im Vordergrund; dennoch wünscht er sich insgeheim auch eine Belohnung: eine gute Programmnote.

«Wettkampftypen» mit bescheidenem Ziel

Während die Jugend ein Comeback feiert, heisst es für das Quintett unter Schöb an der SM (zumindest teilweise) Abschied nehmen: «Wie werden unser Team in dieser Formation nicht weiterführen, da ich mich aus dem Sport zurückziehe. Wir sehen die SM deshalb als turnerisches Auf Wiedersehen», erklärt die frischgebackene Mutter wehmütig.

Einen allerletzten Coup planen die Oberschaner aber dennoch nicht: «Ein Finaleintritt oder sogar ein Podestplatz wie im letzten Jahr wäre sicher schön, aber dies als Ziel zu setzen, ist nicht unsere Art.» Es sei wichtiger, dass jedes Teammitglied mit der eigenen Leistung zufrieden sein kann. Dafür wurde auch fleissig für die nationalen Titelkämpfe in ­Villars-sur-Ollon (Waadt) trainiert und an den letzten Details gefeilt. Die Zusammensetzung des Teams ist beinahe dieselbe wie im letzten Jahr, jedoch standen die definitiven Teilnehmer erst Ende August fest. «Unsere Turnunterhaltung findet Ende Oktober statt, daher konnten wir erst seit Anfang November konzentriert für die SM trainieren», begründet Schöb. Trotz kurzfristiger Änderungen am Programm ist die Leiterin zuversichtlich, dass die Performance an der SM gelingen wird: «Wir sind Wettkampftypen.»

Das Programm selbst hebt sich an den Schweizer Meisterschaften sowohl bei den Aktiven als auch bei der Jugend von der Konkurrenz ab. Der Musikstil der Oberschaner unterscheide sich durch die Hip-Hop-Momente von der normalen Titelwahl im Team Aerobic, jedoch ist die Musikwahl längst nicht die einzige Besonderheit der Oberschaner: «Wir haben kein klassisches Aerobic-Programm, da unser Programm an Männer angepasst ist und mehr tänzerische Elemente der Hip-Hop-Szene als akrobatische Teile vorweist», bemerkt Renato ­Corrocher, der als (einziger) Mann im Quintett zeigt, dass Team Aero­bic durchaus männlich sein kann. Neben Schöb und Corrocher gehören noch Rahel Gabathuler, Elena Schwendener und Anina Senti zur Fünfer-Formation.