Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

TRÜBBACH/REGION: "Wir wollen keine Spassbremse sein"

Mit Ausnahme des Fasnachtsumzüge in Schaan und Vaduz haben die neuen Musikregelungen für Wagengruppen vorwiegend positive Reaktionen hervorgerufen.
Auch diese Fussgruppe, die am vergangenen Sonntag in Trübbach das "Russendoping" vor den Olympischen Winterspielen aufs Korn nahm, war froh, dass die ohrenbetäubend lauten Rhythmen aus den Umzugswagen diesmal ausgeblieben sind. (Bild: Mario Viecelli)

Auch diese Fussgruppe, die am vergangenen Sonntag in Trübbach das "Russendoping" vor den Olympischen Winterspielen aufs Korn nahm, war froh, dass die ohrenbetäubend lauten Rhythmen aus den Umzugswagen diesmal ausgeblieben sind. (Bild: Mario Viecelli)

Thomas Schwizer

Rolf Hobi, OK-Präsident der Wartauer Fasnacht (Wa-Fa), blickt im Gespräch mit dem W&O auf einen gelungenen Umzug zurück. Die Stimmung am Umzug vom vergangenen Sonntag sei bei den aktiv Mitwirkenden und bei den Zuschauern sehr gut gewesen.

Auch er hatte vor dem Umzug in Trübbach die Berichte und Reaktionen in Zusammenhang mit den Umzügen in Liechtenstein verfolgt. Deshalb habe er am Sonntag bei Teilnehmenden und Zuschauern aktiv nachgefragt. Dabei habe sich gezeigt: Die Regeln, welche die fünf Umzugsveranstalter in Oberriet, Gams, Vaduz, Schaan und im Wartau für die Fasnacht 2018 gemeinsam in Kraft setzten, «haben bei uns durchwegs ein positives Echo gefunden», betont Hobi.

Alle Teilnehmenden seien mit Freude dabei gewesen, «haben Musik und Spass gehabt», lautet sein Fazit. Insbesondere die Guggenmusiken, Kindergruppen und andere Fussgruppen hätten die neuen Regeln toll gefunden. Er habe mehrfach persönlich gehört, dass sich auch Zuschauer gefreut hätten über den abwechslungsreichen Umzug, an dem man sich «die Ohren nicht zuhalten musste» wegen der extrem lauten Musik aus den am Umzug teilnehmenden Barwagen. Nach dem gelungenen Anlass habe er auch Mails mit dem selben Inhalt erhalten. Positiv beurteilte auch die Jury, welche die besten Umzugsgruppen erkoren habe, die Neuerungen.

«Möglichst viele originelle Sujetwagen» lautet das Ziel

Zentral war bei den neuen Regeln neben Sicherheitsvorschriften für Umzugswagen, dass keine Aussenbeschallung der Umzugswagen erlaubt war und für die Innenbeschallung ein Lautstärke-Grenzwert von 93 Dezibel galt. Er habe nach den Wirren in Zusammenhang mit dem offenbar sehr leisen Umzug in Vaduz alle Umzugsgruppen nochmals speziell angeschrieben, die an der Wa-Fa teilnahmen, sagt Rolf Hobi. Im Schreiben habe er die Vorschriften nochmals «relativiert» und betont, dass eine für alle angenehme Innenbeschallung nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht sei. «Wir wollen keine Spassbremse sein, aber der Fasnachtsumzug soll für alle Beteiligten angenehm sein», lautete das Credo der Wa-Fa 2018. Sein Wunsch sei von den teilnehmenden Wagengruppen erfüllt worden, spricht Hobi ihnen sein Lob aus.

Wenn mit der neuen Regelungen das Ziel erreicht werde, dass nicht, wie in den letzten Jahren immer häufiger, reine Barwagen mitfahren, sondern möglichst originelle Sujetwagen, dann sei das für Veranstalter und Zuschauer positiv, stellt er fest. Im Klartext: «Wenn es einer Barwagen-Gruppe nur um den Verkauf von Alkohol geht und darum, möglichst viel Lärm zu machen, dann fehlt sie uns nicht.»

Die Regeln werden nun nochmals besprochen

Die fünf Umzugsveranstalter hätten sich vor der Festlegung der Richtlinien gemeinsam viele Gedanken gemacht und diese diskutiert. «Für unseren Umzug war die Neuerung sicher positiv», stellt Hobi fest. Aber es sei klar, dass man mit den anderen OK zusammensitze und die Regeln eventuell etwas anpasse, sodass es für alle stimme.

Auch weiter das Rheintal abwärts haben Veranstalter von Umzügen für die Fasnacht 2018 ähnliche Regeln erlassen mit dem Ziel, «dass das Motto der Wagen und die Umsetzung wieder im Zentrum stehen». So zitierte gestern «FM1Today» Alex Zenhäusern, OK-Präsident der Fasnacht Altstätten. Auch er berichtet von vielen positiven Reaktionen, vor allem von Familien. Auf die negativen wolle man nun reagieren.

Kommentar: Alle sollen Spass haben

Alle sollen Spass haben Den Eindruck von Trauerzug und Totenstille konnten Veranstalter, Zuschauer und Umzugsteilnehmer in Gams und Trübbach nicht teilen. Negative Stimmen wurden nach dem Kinderumzug in Vaduz in einer Liechtensteiner Zeitung laut – und in den sozialen Medien. Die Kritik richtete sich gegen die Organisatoren und ihre neuen Regeln für die Fasnachtsumzüge in der Region. Offenbar haben einige Wagengruppen in Vaduz trotzig die Musik in ihren Gefährten ganz ausgeschaltet. Dies sorgte, zusammen mit den zu grossen Abständen zwischen den Gruppen und der vergleichsweise geringen Zahl an Guggenmusiken, für einen gar leisen Umzug. Dass die Neuerungen auch positiv umgesetzt werden konnten, bewiesen die Umzüge in Gams und Trübbach. Es herrschte eine tolle Stimmung, die vielen Zuschauer waren dankbar, dass der ohrenbetäubende Lärm aus den Lautsprechern der Barwagen ausblieb und sie stattdessen eine angenehme Lautstärke und die Guggenmusiken geniessen konnten. Guggen und Fussgruppen freuten sich, dass es nicht dicht vor oder hinter ihren Ohren dröhnte. Nach dem Umzug in Gams klingelten die Kassen der Barwagen. Das beweist: Nicht die Lautstärke entscheidet, sondern die gute Stimmung. Und letztlich soll die Fasnacht vor allem ein Familienfest sein. Ohne Lärm, der Mark und Bein erschüttert und Zuschauer vertreibt, macht sie letztlich (fast) allen mehr Spass.

Thomas Schwizer

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.