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TRÜBBACH: «Wir wünschen uns alle ein Happy End»

Seit etwa fünf Wochen haust ein herrenloser Pfau in den Gärten und auf den Dächern von Trübbach. Keiner vermisst ihn. Die einen füttern ihn und geben ihm Namen, andere werfen Steine nach ihm. Versuche, ihn einzufangen, blieben bisher erfolglos.
Ursula Wegstein
Des einen Freud, des anderen Leid: Dieser Pfau ist seit fünf Wochen auf Dächern und in Gärten zu bestaunen (Bild: Raphael Rohner/FM1 Today)

Des einen Freud, des anderen Leid: Dieser Pfau ist seit fünf Wochen auf Dächern und in Gärten zu bestaunen (Bild: Raphael Rohner/FM1 Today)

Ursula Wegstein

ursula.wegstein@wundo.ch

Singen kann er zwar nicht im ­Geringsten. Eine Zier ist er aber ganz gewiss: Aus heiterem ­Himmel tauchte dieser Pfau plötzlich in Trübbach auf und hat dort eine neue Heimat ge­funden. Er ist neugierig, aber scheu. Möglich, dass er ein­- fach so durch eine offene Terrassentür in ein Haus spaziert. Nachts geht er für gewöhnlich ­irgendwo in die Höhe. Auf einen Baum. Oder auf ein Dach. Über die Herkunft dieses schönen ­Vogels kann man nur rätseln, denn «eine Vermisstmeldung ist bislang nicht ein­gegangen», so Hanspeter Krüsi von der St. Galler Kantonspolizei. Manche vermuten, dass das Tier ausgesetzt wurde.

Ein Wildtier ist er nicht, sondern ein Haustier. Also ist der Wildhüter nicht zuständig. Ein Fall für den Tierschutz also. Denn ein Pfau ist auch kein wild lebendes Tier. Vielmehr braucht er eine artgerechte Tierhaltung. Einer solchen soll er möglichst schnell zugeführt werden. Dazu gilt es zunächst, des Vogels habhaft zu werden. Soviel steht fest: Einfach ist es nicht, einen Pfau einzufangen. Zwei Versuche sind bereits gescheitert. Sogar aus dem Einfangnetz ist er entkommen. Und hat das Netz dabei ­beschädigt, erzählt Matthias Vetsch, Tierschutzbeauftragter Sevelen-Wartau. «Er muss zahm werden, sonst kann man ihn nicht einfangen.»

Gemeinsame Einfangaktion ist anvisiert

«Zwar sind Pfauen sehr scheue Tiere, trotzdem können sie extrem schnell senkrecht starten und in die Lüfte entweichen», sagt Karin Bosshard, Vizepräsidentin der Kleintierrettung, gegenüber dem W&O. Inzwischen hat man sich zusammengetan, um den schönen Vogel endlich wieder einer artgerechten Tierhaltung zuzuführen.

Tierschutzverein, Kleintierrettung und der Tierschutzbeauftragte von Sevelen-Wartau haben sich koordiniert. Die Strategie – erstens: das Tier vor den Menschen schützen. «Die Anwohner sollten den Pfau nicht verscheuchen. Alles, was das eh schon scheue Tier noch scheuer macht oder weiter vertreibt, ist extrem kontraproduktiv», so Karin Bosshard. Zweitens: Den Vogel mit Futter in eine Garage oder in einen Unterstand locken. Aus diesem kann er nicht so einfach entweichen. Dort soll er dann eingefangen werden. Zu diesem Zweck sind die Anwohner angehalten, Futter- und Sichtstellen zu melden.

Besonnenheit und Geduld bringen Rosen

Seine Fans füttern ihn. Sonst soll sich der Pfau auch in dem einen oder anderen Garten bedient haben: Heidelbeeren, Himbeeren und Gurken hat er sich laut FM1 Today auch schon schmecken lassen. Solange er gefüttert wird, kann er gut überleben.

Bleibt zu hoffen, dass es gelingt, den schönen Vogel schnellst­möglich einzufangen, in Sicherheit zu bringen und wieder einer artgerechten Pfauenhaltung zuzuführen. «Wir hoffen alle auf ein Happy End», so Matthias Vetsch abschliessend. Denn: Ein neues Zuhause ist bereits organisiert. Ein Pfauenbesitzer in Montlingen, der bereits zwei Pfauen hat, möchte ihn gerne aufnehmen. Ein Pfau ist eben auch kein Einzeltier.

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