TRÜBBACH: Trendwende in Trübbach

Optimistisch kündigt John Piggen, CEO der VDL ETG Switzerland AG, grosse Investitionen in eine neue Maschine an. Sie soll der erste Baustein auf dem Weg zurück zum Erfolg sein.

Katharina Rutz
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Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Die alte italienische Metall­bearbeitungsmaschine in einer Nebenhalle der VDL ETG Switzerland AG stand schon jahrelang still. Sie wurde nun abgebaut und verkauft. Denn in rund einem Jahr soll ein modernes ­Bearbeitungs-Center des Typs DMC210FD nach dem neusten Stand der Technik ihren Platz einnehmen. Die neue Maschine kostet 3,5 Millionen Franken und verspricht das Drehen und Fräsen von grossen Metallteilen in höchster Präzision. «Wir stehen mit dieser Maschine vor einem grossen strategischen Ausbau», sagt John Piggen.

Es ist das erste Mal seit Jahren, dass an diesem Standort in Trübbach eine solche Investition ge­tätigt wird. «Wir wollen damit Vertrauen bei unseren Kunden gewinnen und unsere Mitarbeiter weiter motivieren», so der Geschäftsführer. Die Investition stelle den ersten Baustein für die Erneuerung und Erweiterung des Standortes in Trübbach dar. Das holländische Mutterhaus VDL Groep bekräftigt damit sein Engagement in Wartau. «Die VDL Groep glaubt an diesen Standort und sieht grosses Potenzial», betont John Piggen.

Wertschöpfung im Haus behalten

Die neue Maschine wird nicht ohne Grund in die separate Halle installiert. Der Raum ist nämlich klimatisiert. «Dies hat einen Einfluss auf die Präzision und Zuverlässigkeit der Maschine», erklärt John Piggen. «So werden die Möglichkeiten, welche dieses neue Fräs-Dreh-Center bietet, optimal genützt.» Die Bestelldauer für eine solche Maschine dauert rund ein Jahr. Sie wird speziell auf die Bedürfnisse der VDL ETG Switzerland AG konfiguriert. «Wir haben einige Betriebe in der Region besucht und uns über deren Bedürfnisse informiert, um die richtige Konfiguration für die Maschine herauszufinden», sagt John Piggen.

Einerseits vergrössert das Unternehmen mit dieser Investition seine Kapazität, indem mehrere Aufträge für solch grosse Bearbeitungen gleichzeitig ausgeführt werden können. Anderer­seits können durch die noch präzisere Maschine neue Angebote geschaffen werden. «Wir können neue Projekte annehmen», so der Geschäftsführer. Ziel ist es, die Produktivität im eigenen Haus zu steigern. «So behalten wir die Wertschöpfung im Unternehmen. Unsere Mitarbeiter haben viel an Fachwissen und Können zu bieten, das müssen wir besser ausnützen», erklärt der Geschäftsführer.

Personalbestand wieder ausgebaut

Für den Betrieb der Maschine möchte die VDL ETG Switzerland AG nach Möglichkeit eigene Mitarbeiter weiterbilden. «Wir suchen aber auch noch weitere Polymechaniker und sind immer offen für gute Mitarbeiter in den Bereichen Schweissen, Messen und Montage», sagt Piggen. In Trübbach arbeiten inzwischen wieder 125 Mitarbeiter. Mit dieser Anzahl ist die VDL ETG Switzerland AG im Mai 2015 auch gestartet, musste danach aber in einer Reorganisation einige Stellen abbauen. Diese wurden nun wieder aufgestockt. Das Unternehmen strebe ein kontrolliertes Wachstum an und sei deshalb vorsichtig mit Personalausbau.

Mit dem Geschäftsgang ist John Piggen zufrieden. «Der Effort der letzten zweieinhalb Jahre zahlt sich aus», sagt er. Ein positiver Trend zeichne sich ab. «Wir konnten in der Schweiz und ­Umgebung viele Beziehungen aufbauen, neue Kunden gewinnen und alte Kunden zurück­holen», sagt John Piggen. Diesen Erfolg verdanke die VDL ETG Switzerland AG jedoch vor al­lem seinen guten Mitarbeitern. «Ein Geschäftsführer allein kann schliesslich nichts ausrichten», sagt er.