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TRÜBBACH: Streunender Pfau eingefangen

Am Sonntag, nach 20 Uhr, ging er in die Falle beziehungsweise den Käfig: Der Pfau, der seit gut vier Wochen in einem Wohngebiet von Obertrübbach hauste. Nun ist er wieder bei seinem Besitzer in der Region.
Thomas Schwizer
Das Einfangen ist gelungen, der Pfau hat seinen «Ferienaufenthalt» in Obertrübbach (Bild) wieder mit dem Platz bei seinem Besitzer getauscht. (Bild: Raphael Rohner/FM1 Today)

Das Einfangen ist gelungen, der Pfau hat seinen «Ferienaufenthalt» in Obertrübbach (Bild) wieder mit dem Platz bei seinem Besitzer getauscht. (Bild: Raphael Rohner/FM1 Today)

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Seit dem 14. August stand er im Fokus vieler Medien: Matthias Vetsch, der Tierschutzbeauftragte der Gemeinden Sevelen und Wartau. Diese von ihm nicht ­gesuchte Aufmerksamkeit bescherte ihm ein Pfau, der sich ­bereits seit Wochen in einem Wohngebiet in Obertrübbach niedergelassen hatte.

Rund vier Wochen sei er mit diesem «Fall» beschäftigt ge­we­sen, und zwar mehr als ihm lieb war. Vor allem die letzte Woche sei «streng» gewesen, blickt Vetsch nach dem erfolgreichen Ein­fangen des Vogels und der Übergabe an dessen Besitzer zurück. Seit Montag bis zum erfolgreichen Fang war er Abend für Abend in Obertrübbach, beobachtete viel und sprach oft mit den Anwohnern. Das sei im Sinne einer Aufklärung wichtig gewesen, denn zentral sei gewesen, dass der Pfau Ruhe finde. Die Medien, welche Anfang vergangener ­Woche vor Ort auftauchten, und die «Volkswanderungen», die nach den ­Medienberichten hier zum ­«Vogel schauen» einsetzten, hätten dies nicht erleichtert, sagt Vetsch.

Ein Kränzchen windet er den Anwohnern. Sie hätten sich sehr geduldig und letztlich verständnisvoll gezeigt, obwohl der grosse Vogel sein «Geschäft» regel­mässig vor ihren Haustüren, auf ihrem Balkon oder Vorplatz verrichtet habe und sich in ihren Gärten die Nahrung holte. Als fütternde Lockvögel haben Anwohner zudem die Versuche unterstützt, das scheue Tier einzufangen.

Die Kleintierrettung Sarganserland St. Galler und Bündner Rheintal hat zudem Flyer im Wohngebiet verteilt mit Hin­weisen, welches Verhalten das Einfangen des Tieres unterstützt.

Matthias Vetsch ist froh, dass er seine Abende nach dem Melken nun wieder nutzen kann, um selbst zur Ruhe zu kommen. Diese finde er auch bei seiner haupt­beruflichen Arbeit als Landwirt, stellt er fest.

Die Erleichterung ist riesengross

Doch nicht in erster Linie wegen des grossen Zeitaufwandes im Fall des Pfaus ist bei ihm die Erleichterung riesengross, stellt Vetsch weiter fest. Vielmehr ist sie das, weil man die Sache nun positiv zu Ende bringen konnte. Das Tier sei gesund und befinde sich wieder bei seinem Besitzer in der Region Werdenberg, also am richtigen Ort. Dort ist er ­Wochen vorher aufgeschreckt worden und weggeflattert.

Offenbar komme es immer wieder mal vor, dass Pfauen erschreckt werden und wegfliegen. Oft ­würden sie aber offenbar nach einiger Zeit wieder selbst nach Hause finden. Darauf hat vermutlich der Besitzer auch in diesem Fall gehofft.

Gleich zwei Pfauenhalter, neben jenem aus der Region auch einer aus dem Kanton Thurgau, haben sich aufgrund der Medienberichte als mögliche Besitzer gemeldet. Beide seien nach Trübbach gekommen. Aufgrund des Aussehens und von Merkmalen des Tiers sei rasch klar gewesen, dass er dem Halter aus der Region Werdenberg gehört, schildert Vetsch. Er habe den Eindruck erhalten, dass der Pfau ­etwas zutraulicher geworden sei, als sein richtiger Besitzer vor Ort war, fügt er bei.

Belastend war für Matthias Vetsch neben dem grossen Zeitaufwand, dass ihm klar war: «Es muss jetzt etwas gehen.» Das Tier müsse eingefangen werden. Das Erfolgsgeheimnis, um den Pfau schliesslich am Sonntagabend gesund fangen zu können, sei gewesen, «sehr viel Geduld zu haben und zu warten, immer ­wieder zu warten». Deshalb war bei ihm «der Puls auf 200 und die Frequenz scheinbar auf 0», als der Pfau am Sonntagabend in den Käfig tappte und sich die Tür hinter ihm schloss.

«Von Stammtischbrüdern habe ich viel gehört», stellt Vetsch ­einen unerfreulicheren Teil des langen Einsatzes fest. Er habe «einen breiten Buckel gebraucht». Hinweise, dass man den Vogel «schon abschiesse», wenn er ihn nicht fange, seien unschön ge­wesen. «Der Fall ist für mich nun positiv abgeschlossen», blickt Matthias Vetsch aber insgesamt positiv zurück.

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