TRÜBBACH: Hightech-Anlagen made im Werdenberg

Der Arbeitgeberverband Sarganserland-Werdenberg liess sich gestern Abend über zwei Unternehmen informieren, welche in den ehemaligen Oerlikon-Gebäuden in Trübbach tätig sind. Die Mitglieder zeigten sich beeindruckt über deren Arbeit.

Thomas Schwizer
Drucken
Teilen
Die ständige technologische (Weiter-)Entwicklung der Beschichtungsmaschinen (Bild) ist eine Marktstärke der Evatec AG. (Bild: Thomas Schwizer)

Die ständige technologische (Weiter-)Entwicklung der Beschichtungsmaschinen (Bild) ist eine Marktstärke der Evatec AG. (Bild: Thomas Schwizer)

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Mit der Evatec AG und der VDL ETG Switzerland sorgen zwei bedeutende Unternehmen dafür, dass die Industriegebäude an der Staatsstrasse in Trübbach mit reichem Leben gefüllt sind. Hier sind bis 2014 zuerst Oerlikon und anschliessend Tokyo Electron Limited (TEL) tätig gewesen.

Gestern Freitagabend liessen sich die Mitglieder des Arbeitgeberverbands Sarganserland-Werdenberg nach ihrer Hauptversammlung zeigen, was vor Ort entwickelt und hergestellt wird.

Komplette Prozesslösungen in den Kernmärkten

Die Evatec AG wurde im Jahr 2004 im Rahmen eines Management-Buy-out eines Teilbereiches der Unaxis (Oerlikon) gegründet und in Flums domiziliert. 2015 übernahm das Unternehmen die damalige Oerlikon Advanced Technologies (früher Oerlikon Systems). Mitte Juni 2015 erfolgte der Umzug nach Trübbach, denn die Mitarbeiterzahl wurde mit der Übernahme auf heute 300 fast verdreifacht. 210 davon arbeiten in Trübbach.

Das Unternehmen, das operativ von CEO Andreas Wälti und CTO Marco Padrun geführt wird, ist heute ein global führendes Unternehmen in der Entwicklung, Produktion und im Verkauf von Hightech-Anlagen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Akquisition von Oerlikon Systems bietet die Evatec AG komplette Prozesslösungen in ihrer Kernkompetenz, der Dünnschichttechnologie für die Halbleiterindustrie, der Optoelektronik und der High Precision Optics Industrie. Und zwar als Komplettlösungen von der massgeschneiderten Entwicklung der Prozesse und Anlagen über die Fertigung bis zur Installation vor Ort inklusive Service. Daneben besorgt die Evatec AG auch den Service für die von Oerlikon und TEL errichteten Solarmodulfabriken.

Bisher hat die Firma weltweit mehr als 500 Hightech-Anlagen installiert. Auf der Führung wurde deutlich, dass sie im Hightech-Bereich tätig ist und die stete Entwicklung und Weiterentwicklung ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist.

Mit den von der Evatec AG erstellen Anlagen können Substrate im «Miniaturbereich» von Nano- bis Mikrometern in feinsten Schichten auf verschiedenste Substrate und Materialen aufgebracht werden. Das kann in zwei Techniken erfolgen: mit Verdampfungstechnik und dem sogenannten Sputtern («Kathodenzerstäubung» durch Ionenbeschuss). Die Hightech-Anlagen aus Trübbach kommen primär in der Halbleiterindustrie und in der Präzisionsoptik zum Einsatz. Mit ihnen werden beispielsweise Beamer, LED, Auto-Scheinwerfer und Handydisplays beschichtet.

Stark auch durch Partnerschaften

Die Evatec AG arbeitet weltweit eng mit ihren (Lead-)Kunden und externen Partnern zusammen. Insbesondere betrifft dies die Entwicklung für die nächsten Technologieschritte. «Hier müssen wir stets hungrig sein», sagt Andreas Wälti. Denn dank der Partnerschaften könne das Unternehmen neue und auch grosse Projekte schneller meistern. Dank dieser Kooperationen könne das Unternehmen die ganze Wertschöpfungskette anbieten.

Sehr wichtig ist auch die enge Zusammenarbeit mit Bildungsstätten wie der NTB in Buchs, der Empa oder der ETH. Diese seien zudem Talentschmieden für die vom Unternehmen benötigten Ingenieure. An der NTB haben sowohl Andreas Wälti, CEO und VR-Präsident der Evatec AG, als auch Marco Padrun das Ingenieurstudium absolviert.