TRÜBBACH: «Einschränkungen für das Gewerbe sind ein Riesenthema»

Der Arbeitgeberverband (AGV) Sarganserland-Werdenberg will noch attraktiver werden und seinen Einsatz für die Wirtschaft in der Region weiter verstärken. Dafür hoffen Präsident Markus Probst und der Vorstand auf Anregungen der 215 Mitgliedunternehmen.

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Sie gaben den regionalen Arbeitgeber-Vertretern einen Einblick in die beiden Hightech-Unternehmen: Marco Padrun (Evatec AG), John Piggen (VDL ETG Switzerland AG) und Andreas Wälti (Evatec AG). (Bild: Thomas Schwizer)

Sie gaben den regionalen Arbeitgeber-Vertretern einen Einblick in die beiden Hightech-Unternehmen: Marco Padrun (Evatec AG), John Piggen (VDL ETG Switzerland AG) und Andreas Wälti (Evatec AG). (Bild: Thomas Schwizer)

Im vergangenen Jahr hat der regionale Arbeitgeberverband eine Mitgliederwerbung gestartet. Wie Markus Probst gestern Freitag an der 55. Hauptversammlung vor 54 Mitgliedern ausführte, trugen die Anstrengungen erste Früchte; 20 Unternehmen seien Neumitglied geworden.

Er nannte Gründe, welche für eine Mitgliedschaft beim AGV Sarganserland-Werdenberg sprechen, der «Interessenvertreter, Brückenbauer und Netzwerker» für Wirtschaft und Gewerbe in der Region sei. Dazu gehört der Einsatz für die Arbeitgeber, beispielsweise zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Firmen. Das Motto laute «gemeinsam statt einsam», betonte der Präsident. Als Stimme der Wirtschaft nehme der Verband Einfluss auf die Politik und trage zur Meinungsbildung bei. Das geschehe auch durch eine Darlegung der Standpunkte der Arbeitgeber zu Wirtschaftsthemen in den lokalen Medien. Schliesslich nannte Probst auch die Standortpflege. «Wir setzen uns ein für die Region», auch als Ausbildungsregion, für den Wissenstransfer und insbesondere für die Förderung der Berufsbildung.

«Die Meldepflicht ist faktisch unterschiedlich»

Ein Beispiel dafür ist der vom AGV organisierte Berufswahlevent «Lehre statt Leere» in Buchs. Er wird am 16. November 2017 stattfinden, sagte Sekretär Christian Eggenberger. Dieser Zeitpunkt passe besser in den ­Berufswahlprozess der zweiten Oberstufe als der bisherige. Zudem sollen sich neu die teilnehmenden Unternehmen stärker in den Vordergrund stellen und nicht «nur» die von ihnen angebotenen Lehrberufe.

Der Präsident appellierte an die Mitglieder, mit Feedback in Form von Kritik und Anregungen dazu beizutragen, dass der AGV noch attraktiver werde. Das erfolgte sogleich aus der Versammlung mit den Hinweis auf die neuen Einschränkungen für Schweizer Gewerbebetriebe betreffend Arbeitseinsätzen im Fürstentum Liechtenstein. Der AGV hatte seine Mitglieder zu Rückmeldungen in dieser Sache aufgerufen. Man bleibe auf verschiedenen Ebenen am Ball – in Kontakt mit den betroffenen Unternehmen und den Wirtschaftsverbänden ennet der Grenze und auf politischer Ebene. «Das ist ein Riesenthema», stellte der Präsident fest.

Statt der neuen einschränkenden Regelungen brauche es eine gegenseitige Öffnung. «Die Meldepflicht ist faktisch nun erheblich unterschiedlich», entgegnete der Sekretär der Darstellung aus dem Fürstentum auf Gleichbehandlung. Er zeigte, wie einige Liechtensteiner Unternehmen die Einschränkungen «aufheben» würden: Sie gründeten Tochterunternehmen in der Schweiz, welche ihre eigenen Liechtensteiner Mitarbeiter einstellen. So sei der administrative Aufwand für das Meldeverfahren hinfällig. Christian Eggenberger versprach, dass sich der AGV-Vorstand für eine offene Lösung einsetze. Dass diese aber Bundessache sei, mache es nicht einfach.

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch