TRIESEN: Weiterer Stellenabbau bei Swarovski

Erneut kommt es bei Swarovski zu einem Stellenabbau. Anders als im April werden keine Arbeitsplätze verlagert. Für den LANV sind die Kündigungen eine Katastrophe.

Jeremias Büchel
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Jeremias Büchel

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«Im Bereich Logistik werden zehn Stellen abgebaut», teilte Swarovski gestern auf Anfrage des «Vaterland» mit. Die Mitarbeiter seien gestern informiert worden. Das Unternehmen betont, dass es sich bei den Entlassungen nicht um Verlagerungen von Stellen handelt. Erst im Mai wurde bekannt, dass 30 Stellen des Kundenservices im Kristallkomponentenbereich nach Polen verlagert werden.

Ähnlich erging es vor rund einem Jahr 15 Angestellten des Bereichs Finanzen und Buchhaltung. Auch deren Arbeitsplätze wurden nach Polen ausgelagert. Vor dem Abgang mussten sie noch die polnischen Buchhalter in ihre neuen Aufgaben einarbeiten.

Bereits 2015 wurden 45 Stellen in den Osten verlagert – allerdings nicht nach Polen, sondern nach Serbien. In Triesen arbeiten noch etwas über 500 Beschäftigte für Swarovski.

Ob es demnächst zu weiteren Verlagerungen von Arbeitsplätzen im Rahmen des weltweiten Optimierungsprogramms komme, sei nicht klar. «Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es diesbezüglich keine Neuigkeiten», heisst es vonseiten Swarovskis. Es handle sich allerdings um einen laufenden Prozess.

Effizienz führt zu Entlassungen

Der Grund für die Kündigungen der zehn Mitarbeiter liege in «betrieblich notwendigen Kapazitätsanpassungen im Bereich Logistik». In Triesen ist unter anderem die weltweite Verantwortung für die gesamte Lieferkette einschliesslich der Produktionsstätten in Thailand, Vietnam und China gebündelt. Zu den zehn Kündigungen komme es, weil es wegen Qualitätsverbesserungen und effizienterem Handlings in unterschiedlichen Produktgruppen zu einem insgesamt geringeren Aufwand in der Logistik komme. Die Kündigungen wurden auf Anfang 2018 ausgesprochen.

Das Unternehmen habe grosszügige Lösungen für die Betroffenen zugesichert, die über die üblichen gesetzlichen Standards hinausgehen würden. Zudem werde den gekündigten Mitarbeitenden bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz geholfen und Coachings angeboten. Die betroffenen Mitarbeiter seien in Liechtenstein, der Schweiz und Österreich wohnhaft.

Der Triesener Vorsteher Günther Mahl wollte sich gestern gegenüber dem «Vaterland» nicht zu den Entlassungen äussern. Er habe erst am Freitag wieder Zeit, um ein Statement abzugeben. Auch Wirtschaftsminister Daniel Risch wollte sich auf Anfrage nicht zum Thema äussern.

«Katastrophe für die Betroffenen»

Eine klare Meinung hat der Liechtensteinische Arbeitnehmerverband (LANV). «Wir bedauern diesen Entscheid ausserordentlich. Wir wurden darüber im letzten Moment informiert», teilt Gewerk¬schafts¬se¬kretär Fredy Litscher mit. Für die betroffenen Mitarbeiter sei die Entlassung eine Katastrophe. «Wir werden unmittelbar das Gespräch mit dem CEO suchen», kündigt der Verband an.

Denn trotz des überdurchschnittlichen Sozialplans sei der LANV sehr besorgt um die Zukunft der Gekündigten, wie auch um die verbleibenden 500 Mitarbeitenden. Die Belegschaft werde durch die noch schlechtere Stimmung aufgrund des Entscheids weiter leiden.