Treffen für Gaumen und «Gmüet»

Regionale Produzenten überzeugten in der Toggenburger Markthalle mit ihrem Angebot. Eine ständig grösser werdende Stammkundschaft freut sich jeweils über den Anlass, der bereits zum zehnten Mal durchgeführt wurde.

Adi Lippuner
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Elsbeth Feurer, Wildhaus, zeigt den Besuchern am Bauernmarkt, wie am Spinnrad gearbeitet wird.

Elsbeth Feurer, Wildhaus, zeigt den Besuchern am Bauernmarkt, wie am Spinnrad gearbeitet wird.

WATTWIL. Das letzte Oktoberwochenende ist seit einem Jahrzehnt fest in der Hand bäuerlicher Produzenten aus der Region. 44 Stände finden in der Toggenburger Markthalle Platz, wobei alljährlich Interessenten abgewiesen werden müssen. «Wir wollen ausschliesslich regionale Anbieter, zudem sollen bäuerliche Produzenten den Vorzug erhalten», betonte OK-Präsidentin Sybille Kläger.

Bereits zur liebgewordenen Gewohnheit für die Besucherinnen und Besucher ist das Verteilen der stabilen und mit den Sponsoren bedruckten Einkaufstasche beim Eingang zur Markthalle geworden. «Das ist eine gute Sache, wir machen auf elegante Weise darauf aufmerksam, dass am Bauernmarkt einkaufen erwünscht ist, und die Kundschaft hat eine passende Tasche dabei», ist von der OK-Präsidentin zu erfahren.

Das Abc der Pflanzen

Die grosszügigen «Probiererli an den Ständen mit kulinarischen Angeboten gehören genauso zum Bauernmarkt wie das alljährlich wechselnde Rahmenprogramm. Auf der Galerie war einiges übers Pflanzen-Abc – vom Apfel bis zum Zimt – zu erfahren. Zudem gab es Anleitungen, wie Vorräte selbst angelegt werden können. Ob eine Tomatensauce mit Fleisch oder eingemachte Essiggurken, Interessierte erhielten nicht nur Rezepte, sondern auch wertvolle Tips. Zudem präsentierte sich Energietal Toggenburg mit der Ausstellung «Energie aus dem Wald».

Die Motivation der Produzenten von diesseits und jenseits des Rickens für die Teilnahme am Bauernmarkt ist so unterschiedlich wie ihre Angebote. Einige sind schon seit Beginn dabei und dürfen sich darauf verlassen, dass sie alljährlich ihren Stammplatz erhalten. Andere wagen sich erstmals ans Verkaufsexperiment und sind gespannt, wie die Kundschaft auf das neue Angebot reagiert.

«Sackstarke» Kreationen

Eine der jüngeren Anbieterinnen ist Ursina Huser aus Ennetbühl. Ende Jahr wird sie ihr viertes Kind zur Welt bringen. «Als Hausfrau und Mutter habe ich nach einer Beschäftigung gesucht, die ich unabhängig von festen Arbeitszeiten ausführen kann. Zudem liebe ich Stoffe und Nähen über alles.» So sei es vor vier Jahren naheliegend gewesen, erste «Kulturbeutel» zu entwerfen. Inzwischen kommen ihre Kreationen beim Publikum gut an und die Bezeichnung ihres Ein-Frau-Unternehmens «Sackstark» ist Programm.

Seit Jahren dabei sind Conni und Beni Wunderli mit Fleisch aus der Eigenproduktion. Ob Würste, Rauchfleisch oder das Gewinnen neuer Kundschaft für ihre Frischfleischpakete: Die beiden engagieren sich zwei Tage ununterbrochen, um die Marktbesucher für ihr «Toggi-Beef» zu gewinnen.

Alljährlich dabei sind auch Elsbeth und Martin Feurer aus Wildhaus. Mit naturgefärbter Wolle und der Vorführung, wie an einem Spinnrad gearbeitet wird, vermögen sie das Publikum immer zu begeistern.

Tolles Rahmenprogramm

Begeistert waren die Besucher auch vom abwechslungsreichen Rahmenprogramm: Am Samstag boten die «Rickner Buebe», das sind Tobias, Florin und Matthias am Schwyzerörgeli, begleitet von Hampi Schläpfer am Bass, schmissige Volksmusik. So richtig turbulent ging es bei den Kunstturnern des Trainingszentrums Fürstenland zur Sache. Unter der Leitung von Daniel Eisenring zeigten die Burschen, was mit Präzision, Kraft und Schnelligkeit möglich ist. Der sonntägliche Gottesdienst wurde vom Jodelklub Thurtal bereichert und die Jugendformation der Voltigegruppe Lütisburg zeigte sportliche Überraschungen, die das Publikum begeisterten.

Joel im Einsatz als Nachwuchsmelker, assistiert von Grossvater Josef Gschwend, Grabs. (Bilder: Adi Lippuner)

Joel im Einsatz als Nachwuchsmelker, assistiert von Grossvater Josef Gschwend, Grabs. (Bilder: Adi Lippuner)