Trainingsflüge bleiben laut

Übungsabbruch beim Projekt «Lärmreduktion Propeller PC-21»: Die Versuche mit neuen Propellern haben bei weitem nicht die gewünschten Resultate gebracht.

Jerry Gadient
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Übungsabbruch bei leiseren Propellern für PC-21-Maschinen. (Bild: VBS)

Übungsabbruch bei leiseren Propellern für PC-21-Maschinen. (Bild: VBS)

EMMEN/REGION. Die für die Einwohner und Touristen im Toggenburg, Werdenberg und Sarganserland unerfreuliche Nachricht wurde kürzlich an einer Medienkonferenz auf dem Militärflugplatz in Emmen überbracht.

Statt der angestrebten Lärmreduktion von 4,5 Dezibel würden neue Propeller im Maximum 1,4 Dezibel leiser sein. Das sei nicht wahrnehmbar, deshalb verzichte man auf die Investitionen von sieben Millionen Franken für die Umrüstung. Dies erklärte Bernhard Stoller, als Fachbereichsleiter bei der Armasuisse zuständig für die PC-21.

Ein Politikum seit 2008

Mit den PC-21 üben – mit Unterbrüchen – seit Sommer 2008 angehende F/A-18-Piloten im Luftraum Speer und damit in einem von drei schweizweit für diese Trainingseinheiten definierten Lufträumen. Seither ist der PC-21 in der Region ein Politikum. Einheimische und Feriengäste nerven sich am unangenehmen, an- und abschwellenden Lärm, den die Propeller der von den Pilatus-Werken in Stans produzierten PC-21 erzeugen. Bisweilen sind die Flugzeuge sogar im Werdenberg, beispielsweise in Grabs zu hören.

Bemüht um Lösungen

Der Schweizer Luftwaffe ist dieses Problem bewusst, und in Kontakt mit den Kantonen und Gemeinden bemüht sie sich um Lösungen. Unter anderem legt sie bei den Trainingsflügen eine Pause im Sommer und damit in der touristischen Hochsaison ein. Im Mai 2012 gab es dann die gute Nachricht vom damaligen Luftwaffenkommandanten Markus Gygax: Man wolle die Propeller modifizieren und damit dem lästigen Lärm entgegenwirken, erklärte er als Gast an der Hauptversammlung der Talgemeinschaft Sarganserland-Walensee.

Im Laufe dieses Jahres fanden auf dem Militärflugplatz Emmen Testflüge mit neuen Propellern statt. Testpersonen notierten dabei ihre subjektiven Wahrnehmungen über die «Lästigkeit» des Lärms. Diese bestätigten die objektiven Messungen: Die Unterschiede sind zu klein, was nun zum Abbruch der Übung führt.

Darüber sind die Toggenburger Touristiker sowie Gemeindepräsident Rolf Züllig nicht gerade erfreut. Sie versuchen nun, beim Militär für die Herbstferien ebenfalls eine Trainingspause zu erwirken. • DIE DRITTE