TOGGENBURG/KANTON ST.: Luchse bleiben geschützt

Gallen Die St. Galler Regierung weist die Forderung von Jägern zur «Regulierung» der Luchsbestände zurück.

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Der Rückgang der Reh- und Gamsbestände geht nicht allein auf den Luchs zurück. (Bild: Urs Bucher)

Der Rückgang der Reh- und Gamsbestände geht nicht allein auf den Luchs zurück. (Bild: Urs Bucher)

Die Regierung hat eine Petition beantwortet, in der Jäger die ­«Regulierung» der geschützten Luchspopulation verlangen. Die Begründung: Es würden zu viele Rehe und Gämsen gerissen. In der im Februar mit 99 Unterschriften eingereichten Petition aus dem Toggenburg wird «eine allzu grosse Zunahme der Luchspopulation» beklagt. Sie habe zu einer Dezimierung der Bestände an Rehen und Gämsen geführt; Unmut mache sich breit. Zwar sei vorgesehen, Luchse einzufangen und umzusiedeln. «Eine gezielte populationsgerechte Bejagung durch bewilligte Abschüsse wäre aber mit Sicherheit eine bessere Lösung», so die Forderung.

Die Regierung stellt in ihrer Antwort fest, der Luchs habe wie erwartet die Reh- und Gamsbestände beeinflusst und in einigen ­Gebieten «zu einer deutlichen Bestandesreduktion» geführt. Die Situation im Obertoggenburg gehe aber nicht allein auf den Luchs zurück: Verlustreiche Winter, Krankheiten und die zunehmende Konkurrenz durch den Rothirsch setzten Gämsen und Rehen ebenfalls zu. Keinen Zusammenhang habe die Luchs­population auf die Steinbockkolonie im Speergebiet: Der Luchs sei kein Steinbockjäger, sondern ernähre sich zu 90 Prozent von Rehen und Gämsen im Wald. Die Regierung verweist auf die laufende Revision des eidgenössischen Jagdgesetzes, das man abwarten wolle.

Ein Umsiedlungsprojekt des Bundesamtes für Umwelt habe zudem bereits begonnen: Am 8. April sei in Nesslau ein erwachsenes Luxusweibchen eingefangen und nach Deutschland in den Pfälzerwald umgesiedelt worden. Im kommenden Winter sollen weitere Luchse aus dem Kanton St. Gallen folgen. Im Übrigen stellt die Regierung fest, dass die Ziele des Projekts Luno (Luchs­umsiedlung Nordostschweiz) erreicht worden seien: Der Luchs hat die Artenvielfalt bereichert, die Vernetzung der Luchspopulationen ist stärker, die Wald-Wild-Situation hat sich entschärft. (sda/red)