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TOGGENBURG: Glimpflicher Ausgang trotz vieler umgestürzter Bäume

«Burglind» hat vor allem für viele umgeknickte Bäume gesorgt. Am härtesten traf der Sturm den Skilift Gamserrugg in Wildhaus.
Ruben Schönenberger
Bild: PD (Bild: PD)

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Ruben Schönenberger

ruben.schoenenberger

@ toggenburgmedien.ch

Vom «Horror-Sturm Burglind» war die Rede. Ganz so schlimm wurde es dann doch nicht. Trotzdem gab es für die Einsatzkräfte, die Bergbahn-Betreiber und die Verantwortlichen der Gemeinden einiges zu tun. Wildhaus war am Mittwoch vom Werdenberg her zwischenzeitlich gar nicht erreichbar (vgl. W&O von gestern). Die umgeknickten Bäume seien von Forst Gams und der Feuerwehr Gams weggeräumt worden, erklärte Strassenkreisinspektor Felix Brander.

Skilift muss repariert werden

Die Bergbahnen Wildhaus haben den Betrieb am Mittwoch rechtzeitig eingeschränkt, sodass die Anlagen und Pisten leer waren, als der Sturm losging. Er wehte einige Tannen auf die verwaiste Schlittelpiste. Gravierender sind die Probleme hingegen beim Skilift Gamserrugg. Die am Mittwoch geäusserten Vermutungen sind eingetroffen. Geschäftsführer Urs Gantenbein erklärt: «Auf der gesamten Länge des Lifts ist das Seil aus den Rollen geweht worden.» Der Skilift müsse nun repariert werden, was «eine grössere Übung» sei. Im restlichen Gebiet habe sich die Lage aber bereits gestern wieder einigermassen normalisiert. Auch der Regen habe den Pisten bisher nicht gross geschadet. Wie sich das anhaltende schlechte Wetter auswirkt, lässt sich gemäss Gantenbein erst heute sagen.

Auch bei den Toggenburger Bergbahnen musste man von einigen umgeknickten Bäumen Kenntnis nehmen. «Diese wurden inzwischen schon geräumt», sagt Verwaltungsratspräsidentin Mélanie Eppenberger auf Anfrage. Schäden habe es gemäss jetzigem Kenntnisstand keine gegeben. «Sicherheit hat Priorität», sagt Eppenberger. Deshalb habe man die Anlagen am Mittwoch und Donnerstag nicht in Betrieb genommen. Wann die Anlagen wieder in Betrieb genommen werden können, war gestern noch ungewiss.

Die Feuerwehr Neckertal, welche für Notfälle auf dem Gebiet der Gemeinden Neckertal, Hemberg, Oberhelfenschwil sowie Wald-Schönengrund verantwortlich ist, wurde am Mittwoch zu insgesamt sieben Einsätzen gerufen. Dabei habe es sich ausschliesslich um umgestürzte Bäume gehandelt, sagt Kommandant Ueli Tanner.

Geknickte Bäume sorgten auch im Versorgungsgebiet der St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) zu Problemen. Im Toggenburg waren die Gebiete Wattwil West, Libingen, Lichtensteig, Mogelsberg und Ricken von Stromausfällen betroffen, wie Jürg Solenthaler, Bereichsleiter Netz bei der SAK, mitteilt. «An mehreren Stellen kam es zu Schäden an Freileitungen», sagt er. «Dies, weil umstürzende Bäume an verschiedenen Stellen Drähte heruntergerissen und Masten zum Kippen gebracht hatten.» Die Stromunterbrüche begannen laut Jürg Solenthaler um die Mittagszeit, teilweise dauerten sie mehrere Stunden. Um 18.30 Uhr sei die Versorgung der betroffenen Haushalte dank des raschen Einsatzes des SAK-Pikettteams wieder gewährleistet gewesen. «Die SAK bedauert die Unterbrüche und dankt den betroffenen Kunden für ihr Verständnis», heisst es in einer Medienmitteilung der SAK, welche die Verantwortlichen noch am Mittwochabend verschickt hatten.

Bei der RWT, die vor allem das untere Toggenburg mit Strom versorgt, sind keine Sturmschäden bekannt. Für einige Bäume war «Burglind» aber auch in dieser Region zu viel. Weniger gut fällt die Bilanz von Christof Gantner, Regionalförster der Waldregion 5, aus. Der Sturm habe im Obertoggenburg ziemlich gewütet. Gantner geht davon aus, dass mehrere tausend Kubikmeter Holz seit vorgestern am Boden liegen und dass es grossflächige Waldschäden gegeben hat. Das Ausmass der Schäden kann er noch nicht beziffern. Er hat auch noch keine Fotos der Waldschäden gesehen.

Gebannt war die Gefahr am gestrigen Donnerstag noch nicht. Meteo Schweiz warnte weiterhin vor einer erheblichen Gefahr durch Wind und Niederschlag. Lokal müsse zudem mit Hochwassern gerechnet werden.

Die Region ist glimpflich davongekommen

Für Fredy Koller, aktuell Pikettdienstleistender beim kantonalen Führungsstab, besteht die Gefahr von über die Ufer tretenden Fliessgewässern vor allem dort, wo sich durch umgeknickte Bäume das Wasser stauen könnte. «Zusammen mit der Kantonspolizei beobachten wir die Situation weiterhin genau», sagt er. Alles in allem sei die Region aber glimpflich davongekommen. Der Vergleich zum Jahrhundertsturm Lothar habe sich glücklicherweise nicht bewahrheitet.

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