TOGGENBURG: Busse gefährdet Zukunft

Nach dem Unfall des TV-Stars Richard Hammond wird das Bergrennen Hemberg mit 5000 Franken gebüsst.

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Der Unfall am 10. Juni ging durch die Weltpresse: Richard Hammond, bekannt aus der Kult-Auto-Serie «Top Gear» und zum damaligen Zeitpunkt mit Dreharbeiten für «The Grand Tour» beschäftigt, kam bei einem Testlauf am Bergrennen Hemberg mit seinem Elektro-Sportwagen von der Strasse ab. Das zwei Millionen Franken teure Auto überschlug sich und fing Feuer, Hammond konnte sich befreien und wurde mit einem gebrochenen Knie ins Kantonsspital St. Gallen eingeliefert. Kurz darauf wurde bekannt, dass der Verband Auto Sport Schweiz (ASS) ein Disziplinarverfahren gegen die Organisatoren einleitet.

«Illoyales» Verhalten gegenüber «Sporthoheit»

Nun wurde das Urteil auf der Webseite des ASS aufgeschaltet. Gegen den Verein Bergrennen Hemberg wurde eine Busse von 5000 Franken ausgesprochen. Zudem werden die Verfahrenskosten in der Höhe von 1000 Franken auf die Organisatoren abgewälzt. Begründet wird dies mit dem Vertrag, welchen der Verein «aus rein monetärer Motivation» mit der Produktionsfirma von «The Grand Tour» abgeschlossen habe. Dessen Erfüllung habe die Interessen des Automobilrennsports geschädigt. «Insbesondere wurden die Interessen der Produktionsfirma höher gewertet, als der sichere und zeitgerechte Ablauf der Rennsportveranstaltung», heisst es im Urteil. Zudem habe der Verein den Verband nicht über die Programmänderung für Hammonds Teilnahme informiert. Dadurch habe er sich «illoyal gegenüber der Sporthoheit» verhalten.

Auch gegen einzelne Funktionäre gab es Urteile: Ein Zeitnehmer wurde verwarnt, zudem wurde zwei Sportkommissaren sowie dem Rennleiter bedingt die Lizenz für ein halbes Jahr entzogen. Die Organisatoren haben nun «mit Befremden» vom Entscheid des ASS Kenntnis genommen, wie sie in einer Mitteilung schreiben. Für den Verein Bergrennen Hemberg sei der Entscheid des ASS umso unverständlicher, als dass Richard Hammond selbst Fehler eingeräumt hatte und das Vorgehen der Rettungskräfte von der Produktionsfirma ausdrücklich gelobt worden sei. «Weder die amtliche Bewilligungsbehörde noch die anwesende Polizei noch die Staatsanwaltschaft haben dem Verein oder den Verantwortlichen Fehler zur Last gelegt», schreibt der Verein.

Aufgrund der Kaution für eine Berufung in der Höhe von 4500 Franken sei es dem Verein, der auf ehrenamtlicher Basis funktioniere, «gar nicht möglich», gegen das Urteil vorzugehen. Die Zukunft des Bergrennens lassen die Verantwortlichen offen. (pd/jw)