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TODESSTURZ AM HINTERRUGG: "Mit Schneeschuhen kann man nicht in so steiles Gelände"

Eisige Verhältnisse wurden zwei Schneeschuhwanderern am Wochenende zum Verhängnis. Neben den Pisten ist im Moment besondere Vorsicht geboten.
Hans Bärtsch/Ursula Wegstein
Die eingekreiste Absturzstelle am Hinterrugg ist wahrscheinlich auf eine pickelharte Eisschicht zurückzuführen. (Bild: Kantonspolizei St. Gallen)

Die eingekreiste Absturzstelle am Hinterrugg ist wahrscheinlich auf eine pickelharte Eisschicht zurückzuführen. (Bild: Kantonspolizei St. Gallen)

Der Himmel blau, die Berge weiss – Freizeitsportler zieht es bei solchen Bedingungen in die freie Natur, da können die Temperaturen noch so frostig sein. Am Wochenende wurde drei Schneesportlern ihr Freizeitvergnügen zum Verhängnis. Zwei Schneeschuhwanderer kamen am Hinterrugg ums Leben, ein Skitourengänger im Klöntal.

Richtung Walenstadt abgestürzt

Die Schneeschuhwanderer waren am Samstagnachmittag vom Toggenburg her kommend am Westhang der Churfirstengipfel unterwegs. Eine Gruppe von Skitourengängern beobachtete den Sturz der beiden und alarmierte die Rettungsflugwacht. Diese und die Alpine Rettung Wildhaus konnten nur noch den Tod der Schneeschuhwanderer feststellen. Gemäss Mitteilung der Kantonspolizei St. Gallen waren die zwei Männer – ein 38-jähriger Schweizer und ein 28-jähriger Deutscher – in Richtung Walenstadt abgestürzt. Sie wurden rund 400 Meter unterhalb der Absturzstelle aufgefunden. Über den Unfallhergang ist nichts bekannt. Florian Schneider, Mediensprecher Kantonspolizei, weist darauf hin, dass der Aufstieg am Westhang des Hinterrugg sehr steil sei. Und der Schnee hart gefroren bis eisig.

Gemäss Schneider ist das Unglück im Churfirstengebiet das erste mit Todesfolge in diesem Winter im Kanton St.Gallen. Er verrät nichts Neues, wenn er sagt, dass im Gebirge jedermann für sich selber verantwortlich ist und die Gefahren selber abschätzen können muss. Idealerweise begibt man sich auch nicht allein auf Tour und informiert sein Umfeld über das anvisierte Ziel. Eine gute Ausrüstung (inklusive Handy) sollte selbstverständlich sein, so Florian Schneider abschliessend.

Lawinenausrüstung ist erforderlich

" Schneeschuhe sind nicht ungefährlich und per se auch nicht an jedem Ort und für jedes Alpine Gelände geeignet", sagt Beat Oehler, Rettungschef der Rettungsstation Wildhaus-Amden auf Anfrage. "Was tragischerweise am Hinterrugg passiert ist, war schlichtweg nicht an die bestehenden Wetterverhältnisse angepasst".

Mit Schneeschuhen könne man nicht in so ein steiles Gelände gehen, insbesondere nicht, wenn der Schnee dort eisig sei, so der Experte weiter. Eine gute Vorbereitung sei immer wichtig. Generell könne man im alpinen Gelände schnell in Gefahren kommen. Beat Oehler empfiehlt, sich vor jeder Schneeschuhwanderung über die aktuelle Schneesituation beim Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos genau zu informieren.

Wer unerfahren ist oder die Wetter- und Schneeverhältnisse nicht gut einschätzen könne, sollte nicht alleine, sondern mit einem Bergführer auf Tour gehen. In jedem Fall brauche es zum Schneeschuhwandern eine komplette Lawinenausrüstung mit Schneeschaufel, Sondierstange und Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS). In jedem Fall, sollte man auch den Mut haben, eine Tour abzubrechen und keine Risiken eingehen, wenn man feststellt, dass man sich in Gefahr begibt oder eine Situation nicht einschätzen kann.

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