«Tierquälerei muss bestraft werden»

In der Tierkörpersammelstelle Oberglatt in Flawil wurde ein lebendes Huhn entsorgt. Zu solchen Fällen sei es schon öfters gekommen. In der Region Werdenberg ist über einen Fall dieser Art nichts bekannt.

Johanna Senn
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Ein trauriges Bild: Auch dieser lebende Hahn wurde zwischen Tierkadavern entsorgt. (Bild: Walter Hörler)

Ein trauriges Bild: Auch dieser lebende Hahn wurde zwischen Tierkadavern entsorgt. (Bild: Walter Hörler)

FLAWIL. In der Tierkörpersammelstelle Oberglatt in Flawil wurden bereits wiederholt lebende Tiere entsorgt. Kürzlich wurde dort ein lebendes Huhn gefunden. Da es in Flawil bereits öfter zu solchen Fällen gekommen ist, wird die Anlage in Zukunft videoüberwacht.

Kein Fall in der Region

In der Tierkadaver-Entsorgungsstelle in Buchs ist es zu einem solchen Fall noch nie gekommen. René Nigg, Mitglied der Geschäftsleitung des Vereins für Abfallentsorgung (VfA), bestätigt: «Ich arbeite seit 33 Jahren hier (VfA), aber einen solchen Fall hatten wir zum Glück noch nie.» Er verurteilt dieses Verhalten. «Ausserdem ist es ordnungswidrig», fügt er an. Er würde sofort Anzeige erstatten und das Veterinäramt benachrichtigen. «Das ist Tierquälerei. Ein solches Verhalten soll bestraft werden.»

Fehlende Kontrolle der Halter

Auch vom Amt für Veterinärwesen in St. Gallen wird das Vorgehen verurteilt. Das Tier leide in einem solchen Fall massiv. «Wird der Verantwortliche erwischt, wird er verzeigt.» Nach Art. 27 des Tierschutzgesetzes könne eine derartige Verfehlung mit einer Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen bestraft werden. Wenn sie vorsätzlich begangen worden sei, könne dies auch mit einem Freiheitsentzug bestraft werden.

«Tierhalter töten ihre Tiere nicht korrekt oder kontrollieren nicht richtig, ob ein Tier tatsächlich Tod ist. So sind vermeintlich getötete Tiere nur betäubt, wenn sie dann schliesslich entsorgt werden. Dies ist eine mögliche Erklärung des Vorfalls», so das Amt für Veterinärwesen.

«In Buchs gibt es zum Glück die Kameraüberwachung, so können solche Fälle vermutlich vermieden werden», weiss Dr. Markus Kollbrunner aus Grabs, Präsident des Tierschutzvereins Sargans-Werdenberg.

Auch ihm ist kein Fall in der Region bekannt. «Ich habe in der Region zum Glück noch nie etwas gehört.» Doch dass dies in der Schweiz sowie in anderen Ländern vorkomme, sei bekannt.

Markus Kollbrunner meint zum Fall in Flawil: «Das ist Tierquälerei und muss bestraft werden.»