Theater-Eigenproduktion klärt mit Tabubruch auf

BUCHS. Seit elf Jahren gilt häusliche Gewalt in der Schweiz als Offizialdelikt. Taten der häuslichen Gewalt dürften in unserer Gesellschaft nicht mehr als Bagatelle abgetan werden und müssen strafrechtlich verfolgt werden. Dennoch sind fast täglich Frauen Opfer ihrer Partner.

Heidy Beyeler
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BUCHS. Seit elf Jahren gilt häusliche Gewalt in der Schweiz als Offizialdelikt. Taten der häuslichen Gewalt dürften in unserer Gesellschaft nicht mehr als Bagatelle abgetan werden und müssen strafrechtlich verfolgt werden. Dennoch sind fast täglich Frauen Opfer ihrer Partner.

In einer gross angelegten, europaweiten Studie «Gewalt gegen Frauen» (2014 publiziert) wurde festgestellt, dass 22 Prozent von 42 000 befragten Frauen körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt haben. Trotzdem ist häusliche Gewalt auch heute noch ein Tabuthema.

Mit dem Theaterprojekt «Tatort.Liebe.» hat sich die fabriggli-Theatergruppe für ihre Eigenproduktion ein Thema ausgesucht, das allen Mitwirkenden in der Umsetzung viel abverlangt. Die häusliche Gewalt in einem Theater klar und verständlich darzustellen, ohne Subtilität zu verlieren, das ist der Theatergruppe – mit Hedy Sutter an der Spitze und unter künstlerischer Leitung von Brigitte Walk – hervorragend gelungen.

Die Theaterleute zeigen auf, wie sich die häusliche Gewalt einschleicht, wie Betroffene und deren Angehörigen einen Schleier des Schweigens über das Delikt legen und damit die Katastrophe immer grösser wird. Dass «so etwas» in allen Schichten der Gesellschaft – unabhängig der kulturellen Herkunft – vorkommt, wird bewusst gemacht. Die Inszenierung im fabriggli ermöglicht einen Diskurs über häusliche Gewalt, begeht damit einen Tabubruch und klärt auf. • DIE DRITTE

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