«Tessin oder Italien»

Wir von hier

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Müsste die 60-jährige Ruth Heeb aus Werdenberg auswandern, wäre ihr Ziel mit Sicherheit der Süden. Während dem Znünikaffi hat sich Andrea Müntener mit der zurückhaltenden Kassierin von der Autobahnraststätte unterhalten.

Grüazi Frau Heeb, wie geht es Ihnen?

Ich kann mich wirklich nicht beklagen. Mir geht es sozusagen immer gut. Auch bin ich immer gut gelaunt.

Wie lange wohnen Sie schon im Werdenberg?

Das Werdenberg ist meine Heimat, ich habe schon immer hier am Fusse des Margelkopfes gewohnt. In der Nähe vom Restaurant Schäfli in Grabs bin ich aufgewachsen. Später habe ich zusammen mit meinem aus Rüthi stammenden Mann Meinrad im Grabser Dorfteil Werdenberg ein Haus gebaut, wo wir noch immer daheim sind. Müsste ich aus dem Werdenberg wegziehen, würde ich mir einen Ort suchen, wo die Sonne etwas mehr scheint als hier im Rheintal. Ich denke, ich würde irgendwo im Tessin oder eher noch in Italien nach einem schönen Höckli Ausschau halten. Denn Italien gefällt meinem Mann und mir sehr gut. Schon seit Jahren verbringen wir unsere Ferien immer in einem hübschen Hotel in Riccione. Das wird uns allmählich zur zweiten Heimat.

Womit beschäftigen Sie sich derzeit?

Tagsüber bei meiner Tätigkeit als Kassierin in der Autobahnraststätte habe ich des öfteren Trubel und Hektik um mich herum, da die meisten Kunden ziemlich im Stress sind. Ich bin froh, wenn ich abends zu Hause meine Ruhe habe und nicht auch noch Rambazamba herrscht. Da faulenze ich ganz gerne. Zum Abschalten lese ich aber auch sehr oft. Vor allem Liebesromane und auch der eine oder andere spannende Krimi haben es mir angetan.

Was sind Sie für ein Typ?

Mich bringt nichts so schnell aus der Ruhe. Wenn mich meine Kunden an der Autobahnraststätte manchmal nerven, ist das halb so wild. Ich denke mir: Kassieren, lächeln, «Uf Wiederseha», Türe zu! Ihre Fahrt geht weiter und ich sehe sie vermutlich nie wieder.

Was bringt Sie zur Weissglut?

Ich befürchte, darauf weiss ich keine Antwort. Nichts! Ehrlich, ich weiss nicht, was mich zur Weissglut bringen könnte. Ich habe nicht mal einen Ehemann vorzuweisen, der den Hochzeitstag vergisst! Im Gegenteil: Noch nie hat er einen vergessen, immer erhalte ich an diesem Tag Blumen von ihm. Lieb, gell?