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Terror: Schrecken ohne Ende?

Selbstverständlich bin ich nicht damit einverstanden, dass Terroranschläge verübt werden. Selbstverständlich verurteile ich das Morden jeglicher Art. Es heisst schon in den alten Schriften der Bibel: «Du sollst nicht töten.
Pfarrer Daniel Hanselmann, Wartau

Selbstverständlich bin ich nicht damit einverstanden, dass Terroranschläge verübt werden. Selbstverständlich verurteile ich das Morden jeglicher Art. Es heisst schon in den alten Schriften der Bibel: «Du sollst nicht töten.» Dieser Satz aus der hebräischen Ursprache – ganz genau übersetzt – lautet: «Du sollst nicht morden.» Das vorsätzliche und geplante Töten ist in jeder Religion streng verboten. Niemand hat das Recht, das Leben eines anderen Menschen auszulöschen!

Dennoch geschieht es täglich überall auf dieser Welt. Ganz besonders betroffen sind wir dann, wenn es in unserer Nähe passiert; an Orten, die wir kennen. Letztes Jahr war Paris im Fokus von Anschlägen. Dieses Jahr wurde Brüssel ins Visier genommen. Das geht uns nahe. In Brüssel starben über 30 Personen. In Paris mussten 149 Menschen ihr Leben lassen. Das macht auch mich betroffen.

Sofort kommt die Frage nach dem «Warum?» auf. Da komme ich ins Nachdenken und ins Grübeln. In den Anschlägen von Brüssel und Paris sind ungefähr 200 Menschen umgekommen. Gedenkveranstaltungen und Trauerbezeugungen sind die Folge – in Zeitungen und sozialen Medien. Das ist richtig!

Nur etwas geht vergessen. Etwas scheint nicht im Blickfeld zu sein: Täglich sterben in Syrien viel mehr als 200 Menschen im Krieg. Niemand hält eine Schweigeminute für jene Opfer. Es drängt sich die Frage auf: «Ist ein europäisches Leben mehr wert als ein syrisches Leben?»

Ich verurteile jenen Krieg! Westliche Armeen und Russland führen auf syrischem Boden einen Stellvertreterkrieg. Jene Armeen haben die Gegend im Nahen Osten destabilisiert. Eine der Folgen daraus ist die Flüchtlingskrise. Eine andere Folge daraus ist das Entstehen des «Islamischen Staates». Das lässt mich fragen: «Sind die Terroranschläge in Europa eine Folge oder gar eine Retourkutsche für jenen Stellvertreterkrieg?»

Künftig müssen wir mit solchen gemeinen und hinterhältigen Anschlägen vermehrt rechnen. Ein Teil unserer Freiheit müssen wir aufgeben – für die Sicherheit.

«Du sollst nicht morden.» Niemand hat das Recht auf Töten! Niemand! – weder der «Islamische Staat» noch irgendeine westliche Armee. Wer im Namen Gottes mordet, missbraucht Gott für seine Interessen.

Wer im Namen Gottes mordet, hat den tiefen Sinn der Religion nicht verstanden. Das gilt für Christen und Muslime und alle anderen Religionen gleichermassen. Kriege werden nicht wegen der Religion geführt. Kriege werden aus geopolitischen Interessen geführt, die von Machtgelüsten genährt sind.

Einen Gegenpol dazu setzt ein Gebet, das Franz von Assisi zugeschrieben wird und auch mein Gebet werden kann:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens.

Wo Hass herrscht, lass mich Liebe entfachen.

Wo Beleidigung herrscht, lass mich Vergebung entfachen.

Wo Zerstrittenheit herrscht, lass mich Einigkeit entfachen.

Wo Irrtum herrscht, lass mich Wahrheit entfachen.

Wo Zweifel herrscht, lass mich Glauben entfachen.

Wo Verzweiflung herrscht, lass mich Hoffnung entfachen.

Wo Finsternis herrscht, lass mich Dein Licht entfachen.

Wo Kummer herrscht, lass mich Freude entfachen…

O Herr, lass mich trachten:

nicht nur, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste,

nicht nur, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe,

nicht nur, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe,

denn wer gibt, der empfängt, wer sich selbst vergisst, der findet, wer verzeiht, dem wird verziehen, und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

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