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TAG DER FRAU: "Für Frauen seid ihr ganz okay"

Seit 2011 sorgen Miss Rabbit an Partys und Konzerten für ausgelassene Stimmung. Mit welchen Klischees die Band regelmässig konfrontiert wird und was sie bei ihren Konzerten schon alles erlebt haben, erzählen sie im Interview.
Mirjam Kaiser
Der grosse Frauenanteil von Miss Rabbit: Melanie Curiger, Angela Bösch und Fabienne Curiger (von links). (Bild: Tatjana Schnalzger)

Der grosse Frauenanteil von Miss Rabbit: Melanie Curiger, Angela Bösch und Fabienne Curiger (von links). (Bild: Tatjana Schnalzger)

Interview: Mirjam Kaiser

redaktion@wundo.ch

Sängerin Angela Bösch, Bassistin Fabienne Curiger, Gitarristin Melanie Curiger, unterstützt von Gitarrist Roger Köppel und Schlagzeuger Thomas Frei machen energiegeladenen Rock, gespickt mit Einflüssen aus dem Punk und Grunge. Ihre Songs schreiben sie alle selbst.


Miss Rabbit gibt es schon seit sieben Jahren. Wie ist eure Band entstanden?
Fabienne: An einem lustigen Abend beschlossen wir, dass jetzt eine Girlband her muss. Gesagt, getan. Mit dem Schlagzeuger Wotan gründeten wir Mädels die Coverband «Wotans Hasen». Als Wotan auf Weltreise aufbrach, änderten wir den Namen in Miss Rabbit und fingen an, eigene Songs zu schreiben.

Wo habt ihr schon überall gespielt? Was waren die grössten Erfolge?
Melanie: Das LuWaWi Festival in Lustenau, der 7er Club in Mannheim oder unser Gig als Vorband von Tito & Tarantula sind unsere persönlichen Highlights. Geplant sind im April Clubgigs in Mannheim, Hamburg und Berlin, auf die wir uns sehr freuen.

Angela: Unsere Musik ist schon in Internetradios in Italien, Frankreich, England und Deutschland gespielt worden und auch im SRF 3 Rockspecial wurden wir vorgestellt.


Ihr seid einige von wenigen Bands mit mehr Frauen als Männern. Macht sich das bemerkbar? Reagieren die Leute anders?
Melanie: Die Reaktionen fallen oft sehr unterschiedlich aus. Es gibt viele Leute, die unsere Frauenfront super finden, andere weniger. Wir spielen aber sicher nicht mehr in Jugendclubs. Als wir bei einem solchen Konzert nach der männlichen Vorband auf die Bühne gingen, sind die Frauen demonstrativ rausgegangen. Da es den Jungs aber gefallen hat, sind die eifersüchtigen Freundinnen ausgetickt.

Fabienne: Manchmal stossen wir auf das Vorurteil, dass die Leute sagen: «Für Frauen sind sie ganz okay.»

Roger: Wir müssen musikalisch definitiv mehr leisten, um als gleichwertig wahrgenommen zu werden.

Melanie: Wir kriegen auch oft zu hören, dass wir für besondere Konzerte nur wegen des Frauenbonus gebucht werden.


Habt ihr deswegen also eher Vor- oder Nachteile?
Roger: Wir können mehr Konzerte spielen, kriegen dafür jedoch weniger Anerkennung.

Angela: Es ist auch schon passiert, dass sich der Veranstalter gar nicht über unseren Musikstil informiert hat und wir dann für ein Schlagerfestival gebucht wurden.

Roger: Das sind die Veranstalter, die eine Band nur nach dem Bild auf der Website aussuchen und sich dann beschweren, wieso man jetzt keine Covers spielt.


Fühlt ihr euch ernst genommen in der doch männerlastigen Branche?
Fabienne: Grundsätzlich ja, schliesslich geht es darum, dass wir hinter unserer Sache stehen.
Melanie: Und wenn nicht, ihre Schuld.


Ist es euch wichtig zu betonen, dass die Frauen bei euch an der Front stehen?
Melanie: Nein, das sagt der Name Miss Rabbit ja selbst schon.

Angela: Das Besondere ist unsere Frauenfront mit Sängerin, Gitarristin und Bassistin. Das sieht man schon nicht häufig. Unsere beiden Männer werden traurigerweise vom Publikum zum Teil gar nicht wahrgenommen. Da kann schon mal ein Fan Autogramme holen kommen von allen ausser dem Schlagzeuger, der aber zu dem Zeitpunkt genau neben uns steht und sich doch etwas wundert.


Gibt es Veränderungen von vor euren Anfängen zu heute?
Angela: In unserer Anfangszeit als Wotans Hasen waren wir einfach herzig, wie wir mit unseren Schulmädchenoutfits und den Plüschöhrli die Idole aus unserer Jugend gecovert haben. Miss Rabbit ist mit eigenen Songs reifer und auch selbstbewusster geworden und die Plüschöhrli bleiben bis auf seltene Ausnahmen Zuhause.

Melanie: Als neu gegründete Band hatten wir sehr viel Motivation und spielten überall alle Konzerte, die möglich waren. Heute sind wir da etwas wählerischer.

Fabienne: Schade ist auch, dass früher generell mehr Begeisterung für Livekonzerte zu spüren war, heute sieht sich kaum jemand mehr eine kleinere Band live an oder kauft eine CD. Geht ja alles über Youtube. Viele unserer Freunde haben mittlerweile Kinder und kommen nicht mehr wie früher an jedes Konzert.

Roger: Wir spielen daher lieber ausserhalb der Region, da sind wir weniger enttäuscht, wenn das Publikum mal keine Lust hat, und freuen uns umso mehr, wenn es abgeht.


Was gebt ihr anderen Musikerinnen auf den Weg?
Melanie: Nie aufgeben!

Fabienne: Versuchen, die Motivation zu behalten, auch wenn es mal scheisse läuft und sich vor Augen halten, dass man die Musik für sich selbst macht und als Band untereinander Spass hat. Kommt ein Konzert beim Publikum nicht an, war es halt eine bezahlte Probe.

Angela: Wir Frauen dürfen auch etwas mehr Selbstbewusstsein auf der Bühne zeigen. Häufig haben wir Blockaden, wir denken, dass wir dies oder jenes erst üben müssen und erst wenn alles perfekt passt, trauen wir uns auf die Bühne.

Roger: Männer, egal wie schlecht sie teilweise sind, spielen einfach. Dabei sind Männer nicht von Grund auf bessere Musiker ...

Alle: ...aber sie denken es zumindest.

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