Täglich beinahe zehn Kontakte

Die Tierschutzmeldestelle Sargans-Werdenberg in Buchs verzeichnete im vergangenen Jahr 3505 Anrufe, SMS und E-Mails. Das sind 9,6 Meldungen beziehungsweise Anrufe pro Tag, inklusive Samstag und Sonntag.

Heidy Beyeler
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Mehr und mehr werden Hunde importiert, die durch tierquälerisches Kupieren verunstaltet sind. (Bild: pd)

Mehr und mehr werden Hunde importiert, die durch tierquälerisches Kupieren verunstaltet sind. (Bild: pd)

BUCHS. In seinem Jahresbericht stellt der Präsident des Tierschutzvereins, Markus Kollbrunner, kritische Fragen: «Wie viele Hündchen hat Paris Hilton schon besessen? Ist es immer derselbe Chihuahua, der bei jeder Gelegenheit den Medien und der Öffentlichkeit vorgestellt wird?» Mit diesen Fragen lenkt Kollbrunner zur Feststellung über, dass «die Schweiz über ein Tierschutzgesetz mit einer Tierschutzverordnung verfügt, die ab dem 1. Januar 2015 definitiv in Kraft ist und keine Übergangsregelungen mehr duldet.»

Eine Auflistung von sogenannten Qualzuchten sei darin nicht enthalten, aber es werde neu der Begriff der «Belastungsabschätzung» in der Tierzucht eingeführt, «und weil die Zucht von «Paris Hiltons Hündchen» in der Schweiz zu klein sei, um die Nachfrage zu stillen, würden zunehmend Welpen aus fraglichen Zuchten importiert – sowohl kleine wie grosse Hunde bestimmter Rassen. Mehr und mehr würden Hunde importiert, die durch tierquälerisches Kupieren von Ohren und Ruten verunstaltet werden und deren Tollwutstatus unklar sei.

Situation wird verschärft

Mit seinen Ausführungen möchte Kollbrunner von unüberlegten Importen warnen. «Das Leid dieser Tiere zählt doppelt und dreifach, weil die skrupellosen Tierhändler mit Qualzuchten und Kupieren nicht aufhören, solange bei uns eine Nachfrage besteht. Einen solchen Hund aus Mitleid in die Schweiz zu importieren löst leider die tierquälerischen Methoden nicht – vielmehr verschärft sich dadurch die Situation.»

«Wir wissen zu wenig vom Wolf»

Kritisch betrachtet der Präsident in seinem Jahresbericht den Entscheid aus Bern in Bezug auf die heimischen Grossraubtiere. Kollbrunner ist der Meinung, dass der Beschluss des Bundesrates, junge Wölfe erleichtert abschiessen zu können, kritisch zu betrachten sei, in Anbetracht der Tatsache, das «wir noch viel zu wenig über das Verhalten und der Verbreitung des Wolfes in unserem dicht besiedelten Land wissen.»

Das Nottelefon des Tierschutzvereins ist das ganze Jahr über – 365 Tage von 8 Uhr bis 20 Uhr – besetzt. In der übrigen Zeit (20 Uhr bis 8 Uhr) kann im Notfall auch die Polizei kontaktiert werden. Freiwillige Helfer stehen unzählige Male und Stunden im Einsatz, um Tieren in der Not beizustehen und ihnen allenfalls einen neuen Platz zu vermitteln.

Lob für Kastrations-Aktion

Die Berichte der freiwilligen Ressortleiterinnen zeigen auf, mit welchem Engagement sie sich einsetzen, um in gewissen Situationen eine Lösung zu finden; sei es für den Tierhalter oder sei es für das Tier, «dafür gebührt ihnen grosse Anerkennung», lobte der kantonale Tierschutzbeauftragte, Franz Blöchlinger, die im Tierschutz freiwillig Mitarbeitenden im Anschluss an die HV.

Ein grosses Lob sprach Mathias Vetsch, Sevelen, auch im Namen seiner Partnerin Corinne Gabathuler aus. Die Kastrations-Aktion von etwa 30 Katzen auf dem Hof in Sevelen (der W&O berichtete) sei ausserordentlich gut durchgeführt worden – sowohl von den Helferinnen des Tierschutzvereins wie auch von der international tätigen Organisation Netap (Network for animal protection) und des Schweizerischen Tierschutzvereins.