SVP-Wähler legen unveränderte Liste ein

Eine Analyse der Stimmenzahlen der Werdenberger Kandidierenden in ihrem Wahlkreis zeigt, wie treu SVP-Wähler sind. Die Wähler der anderen Parteien legen nämlich nicht annähernd so viele unveränderte Wahlzettel in die Urne wie jene der SVP.

Heini Schwendener
Merken
Drucken
Teilen

REGION. Roman Rauper wohnt noch nicht lange in Gams und ist daher wenig bekannt. Auch im Wahlkampf war er kaum präsent. Trotzdem hat der SVP-Kandidat bei der Nationalratswahl im Wahlkreis Werdenberg 2908 Stimmen erzielt – das zweitbeste Resultat hinter dem wiedergewählten Nationalrat Walter Müller (FDP, Azmoos). Wie kommt so ein Resultat zustande?

Automatisch ein gutes Resultat

Die Antwort ist einfach: Wer auf einem SVP-Wahlzettel aufgeführt ist, macht automatisch ein gutes Resultat, denn die SVP-Wähler legen im Vergleich zu allen anderen unglaublich viele unveränderte Wahlzettel in die Urne. Und bei den Stimmen von den veränderten Zetteln handelt es sich auch fast nur um veränderte SVP-Wahlzettel. Von anderen Wählern hingegen gibt es für SVP-Kandidaten kaum Stimmen.

Fast nur «eigene» Stimmen

Roman Rauper hat in seiner Gemeinde Gams 311 Stimmen geholt, davon 176 von unveränderten SVP-Wahlzetteln. Von den übrigen 135 Stimmen Raupers von veränderten Wahlzetteln stammen deren 113 von veränderten SVP-Wahlzetteln. Im Vergleich dazu die Zahlen von Barbara Dürr (CVP, Gams). Von ihren 520 Stimmen in Gams stammen 33 von unveränderten CVP-Wahlzetteln. Die übrigen 487 Stimmen stammen von 250 veränderten CVP-Wahlzetteln, der Rest, also 237 Stimmen, hat sich Barbara Dürr sozusagen überall geholt: von veränderten Wahlzetteln der SVP (70), der FDP (21), der SP (11), der EVP (11), der Grünen (18), der GLP (16), der JCVP (10) und auch noch 60 Stimmen von Wahlzetteln ohne Parteibezeichnung.

Auch «auswärts» gepunktet

Oder Walter Müller (FDP, Azmoos): Er hat in seiner Gemeinde 794 Stimmen gemacht, 172 von unveränderten Wahlzetteln und 622 von veränderten Wahlzetteln. Von diesen 622 stammen noch einmal 247 von veränderten FDP-Listen, die übrigen aber aus allen Lagern: CVP 23, SVP 154, BDP 32, ja sogar auf 23 SP-Listen war der FDP-Kandidat aufgeführt. Roman Rauper (SVP) hat in Müllers Heimatgemeinde beachtliche 411 Stimmen erzielt, davon stammen 279 von unveränderten SVP-Zetteln. Und von den 132 Stimmen von veränderten Wahlzetteln stammen wiederum 119 von veränderten SVP-Zetteln und 10 von Wahlzetteln ohne Parteibezeichnung. Auch hier also das gleiche Bild: Fremde Stimmen hat Rauper in Wartau gerade mal 3 gewonnen, in diesem Fall von BDP-Listen.

Auch SP-Wähler sind treu

Weit abgeschlagen hinter der SVP-Wählerschaft zeigt sich auch jene der SP einigermassen linientreu und legt etliche unveränderte SP-Wahlzettel in die Urne. Diese SP-Treue hat aber eine ganz andere Dimension. Katrin Glaus (SP) erzielte in ihrer Gemeinde Sevelen 438 Stimmen. 68 stammen von unveränderten SP-Wahlzetteln, weitere 163 von veränderten SP-Wahlzetteln. Rund 300 Stimmen holte sich Glaus in ihrer Gemeinde bei anderen Parteien, und zwar querbeet von der SVP bis zu den Grünen. Gleiches gilt für Hans Oppliger (EVP, Frümsen). Seine 420 Stimmen in Sennwald stammen von lediglich 6 unveränderten EVP-Wahlzetteln, total 357 Stimmen holte er sich «fremd».