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SÜSSES ODER SAURES?: Was an Halloween gefeiert wird

Heute Nacht ist es wieder so weit: Als Geister, Hexen, Zombies oder Vampire gruselig verkleidete Kinder und Jugendliche ziehen um die Häuser und rufen «Süsses oder Saures». Um was geht es dabei?
Ursula Wegstein
Heute Abend, wenn verkleidete Kinder um die Häuser ziehen, heisst es wieder «Süsses oder Saures?» (Bild: Benjamin Manser)

Heute Abend, wenn verkleidete Kinder um die Häuser ziehen, heisst es wieder «Süsses oder Saures?» (Bild: Benjamin Manser)

Ursula Wegstein

ursula.wegstein@wundo.ch

Vor allem ist es ein Fest der Kinder: So manches Kind zählt schon den ganzen Oktober die Tage bis Halloween. Mittlerweile ist dieses Fest fixer Bestandteil im Schweizer Kalender. Und fast schon nicht mehr wegzudenken. Kürbisdekorationen finden sich in den Schaufenstern und vor den Haustüren, gruselige Verkleidungen, Scherzartikel und themenentprechende Süssigkeiten in den Geschäften.

Aber nicht alle sind erfreut: Immer wieder kommt es an Halloween zu Sachbeschädigungen wie beschädigten Briefkästen oder umgestossenen Blumentöpfen, rohe Eier kommen als Wurfgeschosse gegen Autos und Hauswände zum Einsatz. Manche klagen über Ruhestörungen. Auch in diesem Jahr rechnet die Kantonspolizei wieder mit zusätzlichen Sachbeschädigungen und wird mit Manpower im Einsatz sein, so Betrand Hug, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Aber: Um was geht es an Halloween eigentlich?

Keltischer Ursprung, von Irland in die USA gebracht

Der Name Halloween steht abgekürzt für englisch «All Hallows Eve» (aller Heiligen Abend), also den Vorabend von Allerheiligen, das von der katholischen Kirche am 1. November gefeiert wird. Das Fest Halloween hat einen irischen Ursprung und geht auf eines der vier grossen keltischen Feste zurück: Samhain, was soviel bedeutet wie «das Ende des Sommers». Dieses Fest markierte zum einen den Beginn des Winters, zum anderen war es eine Art Erntedank und keltisches Neujahrsfest zugleich.

Die Kelten glaubten, dass an diesem Abend die Tore zur Unterwelt offenstünden und die Toten auf die Erde zurück kämen, um ihre Verwandten zu besuchen. Diese sollten für die Verstorbenen beten. Um die Geister abzuschrecken und aus Angst, von den Toten erkannt zu werden, verkleideten sich die Menschen mit gruseligen Masken. Durch die Gegend zog man in Gruppen, um zu vermeiden, dass die Geister nicht von einem Besitz ergreifen konnten.

Irische Auswanderer brachten den Brauch im 19. Jahrhundert in die USA und nach Kanada, wo das Fest allmählich seinen heutigen Charakter bekam. Bis heute hat sich die Tradition der Kürbislaterne und des Bittens um Süssigkeiten fortgesetzt.

Bitte um Süssigkeiten als Gegenleistung für Gebete

Seit etwa 20 Jahren wird auch in der Schweiz zunehmend Halloween gefeiert. Man verkleidet sich: Hexe oder Henker, Vamp oder Zombie. Oder gleich als Tod persönlich. Man feiert Grusel-Partys und zieht um die Häuser. Der inzwischen auch hier durchaus verbreitete Brauch der Kinder, mit den Worten «Süsses oder Saures» durch die Strassen zu ziehen und an Haustüren zu klingeln, geht ebenfalls auf eine christliche Tradition aus Irland des 19. Jahrhunderts zurück: Am Allerseelentag, dem 2.November, zogen Christen von Haus zu Haus und baten um «Seelenkuchen», eine Art kleine Brote mit Johannisbeeren. Im Gegenzug versprachen sie, für die Seelen der Verstorbenen zu beten. Genaugenommen impliziert der Spruch «Süsses oder Saures» : «Gib mir Süsses, sonst gibt’s Saures.» Rückt der Hausherr also keine Süssigkeiten heraus, spielen die kleinen Geister ihm eben einen Streich.

Wer nicht möchte, dass Kinder an der Haustüre klingeln, sollte im Aussenbereich keine Halloweendekoration wie beleuchtete Kürbisse aufstellen und vor allem die Aussenbeleuchtung ausschalten. Das ist die allgemeine ungeschriebene Regel. So ist es auch in den USA üblich. Das sollte auf beiden Seiten für weniger Ärger sorgen.

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