Struktur, Farbe und Form vereinen

Bis Ende April zeigt die Malerin Nina Furrer-Schlegel im Grabser Rathaus einen Querschnitt durch ihre Arbeiten. Damit dokumentiert sie auch ihre künstlerische Entwicklung, die sie von der Wachsbatik zu weiteren Maltechniken führte.

Hanspeter Thurnherr
Drucken
Teilen
Nina Furrer-Schlegel: «Malen ist für mich ein unentwegtes Suchen nach der guten Form, dem richtigen Farbwert, dem gewünschten Ausdruck.» (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Nina Furrer-Schlegel: «Malen ist für mich ein unentwegtes Suchen nach der guten Form, dem richtigen Farbwert, dem gewünschten Ausdruck.» (Bild: Hanspeter Thurnherr)

GRABS. Seit gestern stellt Nina Furrer-Schlegel im Flur des Rathauses einige frühe und neue Werke in Acryl und Gouache aus. Die Ausstellung zeigt so einen Querschnitt durch ihre künstlerische Entwicklung. «Es geht mir beim Arbeiten hauptsächlich um gestalterisches Zusammenbringen von Strukturen, Farben, Formen. Ich fühle mich nie an eine erste Idee gebunden», sagt die in Buchs geborene und aufgewachsene heutige Grabserin.

Ihre Bilder entstehen durch viele Schichten und Arbeitsgänge, was sich auch mal über Monate hinziehen kann. «Indem ich dabei dem entstehenden Werk folge, mich ihm sozusagen unterordne, seine Spuren suche, wächst es langsam.» Für sie ist es ein konzentriertes Arbeiten, ein unentwegtes Suchen nach der guten Form, dem richtigen Farbwert, dem gewünschten Ausdruck. Ins Bild eingefügte Materialien wie Zeitungsfetzen, Briefe, Musiknoten, Textilien oder Naturmaterialien können dabei Widerstand und Hilfe zugleich sein.

Ideell Wertvolles bewahren

In diesem Prozess opfert Nina Furrer durchaus «lange gehegte und gepflegte Partien.» Diese müssen manchmal in den Hintergrund treten, weil sie für die Gesamtkomposition nicht mehr wichtig sind. Und doch brauche es sie, um das Werk entstehen zu lassen. «Bei meinen Bildern sieht man nachher nicht mehr, was vorher alles passiert ist, aber es ist doch drin.»

«Es geht mir bei meinen Arbeiten auch ums Bewahren von ideell Wertvollem.» So hat sie beispielsweise handgeschriebene Noten eines ungarischen Musikers «eingearbeitet» oder liess ihre Liebe zum Gesang in Form von Noten und Textauszügen in ein Bild einfliessen.

Einstieg mit Wachsbatik

Während des Prozesses des Malens wisse sie noch nicht, wohin sie ihre Arbeit führe. Sie habe dann auch das Bedürfnis, das unfertige Werk vor Kritik zu schützen. Das zuletzt fertiggestellte Werk ist ihr immer das liebste, wohl weil die Beziehung zu ihm noch ganz neu sei.

Ihre künstlerische Tätigkeit begann vor bald dreissig Jahren. «Als Kindergärtnerin musste ich oft kreativ arbeiten. Ich wollte es aber richtig lernen.» Sie besuchte deshalb zuerst Kurse und Seminare für freies textiles Gestalten und für die uralte Technik der Wachsbatik bei der Liechtensteiner Künstlerin Sunhild Wollwage. In den ersten zehn Jahren stand die Wachsbatik im Zentrum. «Die Arbeit mit dem heissen Wachs und den Tjantings genannten feinen Kupferwerkzeugen aus Indonesien fesselte mich. Bis du eine gewisse Fertigkeit erarbeitet hast, musst du lange üben.»

Urteilsvermögen entwickelt

Es folgten Kurse, unter anderem der Besuch und ein vertieftes Arbeiten mit Collagen, Gouache, Acryl und Öl. «In diesen Kursen entwickelte ich vor allem das eigene Urteilsvermögen über die Kunst des 20. Jahrhunderts. Vorher traute ich mich auch nicht, mit neuen Techniken zu arbeiten. Diese Berührungsängste verlor ich.»

Die Ausstellung im Flur des Rathauses ist bis am 30. April montags bis freitags von 8.30 bis 11.30 Uhr und von 13.30 bis 17 Uhr zugänglich.

Aktuelle Nachrichten