«Strategische Weichenstellung»

Die Standortfrage für ein neues Betagtenheim in Sevelen bewegt die Gemüter. Vor allem Emotionen werden den Entscheid beeinflussen. Der Gemeinderat erinnerte aber auch daran, dass dies eine strategische Weichenstellung sei.

Heini Schwendener
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SEVELEN. An der Bürgerversammlung von Sevelen in zwei Wochen soll die Standortfrage für ein neues Betagtenheim geklärt werden. Nachdem bereits ein Orientierungsabend und eine Sonderausgabe der «Seveler Ziitig» diesem Thema gewidmet waren, lud die Gemeinde am Dienstag noch einmal zu einem Informationsanlass in den Gemeindesaal ein.

Vielfältige Wohnformen

Der stellvertretende Gemeindepräsident Christian Gerhardt, Gemeinderätin Claudia Billet, Gärbi-Heimleiter Markus Disch sowie Silvio Sauter vom Raumentwicklungsbüro Stauffer & Studach in Chur präsentierten noch einmal die Ausgangslage und die Machbarkeitsstudie für die beiden möglichen Standorte Drei Könige und Büelriet.

Christian Gerhardt und Markus Disch stellten die Vielfalt der Wohnformen im Alter vor. Das Betagtenheim sei ein Auftrag der Gemeinde, sagte Gerhardt. Möglichkeiten für betreutes Wohnen im Alter seien zwar in die Standortevaluation mit einbezogen worden, aber primär gehe es um ein neues Betagtenheim. Unbestritten sei, dass das bestehende Altersheim Gärbi in absehbarer Zeit ersetzt werden müsse. Die Standortfrage, so betonten die Referentin und die Referenten dieses Abends, werde wohl jeder Bürger unter stark emotionalen Aspekten für sich entscheiden.

Fakten und Einschätzungen

Gerhard betonte indes, man möge sich beim Entscheid doch nicht allein nur vom Bauch leiten lassen, «denn es geht im weitesten Sinn um eine strategische Weichenstellung für die Gemeinde.» In der Folge wurden Fakten und Einschätzungen zu den Vor- und Nachteilen der beiden zur Diskussion stehenden Standorte ausführlich aufgelistet, so wie sie auch in der Sonderausgabe der «Seveler Ziitig» nachzulesen sind. Der Seveler Gemeinderat machte keinen Hehl daraus, dass er die Variante Drei Könige favorisiere, unter anderem aus raumplanerischen Aspekten (Aufwertung des Dorfzentrums und Freihalten der Parzelle im Büelriet für Wohnbauten), aber auch darum, weil sich beim Drei Könige ein Bauvorhaben schneller realisieren liesse.

Für den Standort Büelriet sprechen hingegen die bessere Erweiterungsmöglichkeiten in der Zukunft, was angesichts der demographischen Entwicklung von Bedeutung sein könnte. Je negative Aspekte sind: Beim Standort Büelriet ist eine Umzonung notwendig. Und der Standort Drei Könige ist grösseren Immissionen ausgesetzt.

Eher pro Standort Büelriet

In der angeregten Diskussion gab es mehr Voten pro Standort Büelriet. Die künftigen Ausbaumöglichkeiten beim Drei Könige wurden bezweifelt, da das benötigte Land nicht im Besitz der Gemeinde ist. Ins Gespräch gebracht wurde sogar der Werkhof Zinslihof neben dem Areal Büelriet. Wäre es nicht sinnvoller, diesen zuerst abzubrechen, und das Betagtenheim gleich auf der Zinslihof-Parzelle zu bauen? Dieser Vorschlag fand im Publikum nicht nur Zustimmung.

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