Stimmungen in Acryl und Öl in der Schalterhalle

BUCHS. In der Buchser Filiale der St. Galler Kantonalbank an der Bahnhofstrasse werden in Zukunft regelmässig Kunst und Künstler zu Gast sein.

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Gelungene Vernissage (von rechts): KB-Niederlassungsleiter Karl Pareth, die Künstlerin Silvia Federspiel, Vernissageredner Markus Kobelt und Privatkundenberaterin Sabine Dehm. (Bild: pd)

Gelungene Vernissage (von rechts): KB-Niederlassungsleiter Karl Pareth, die Künstlerin Silvia Federspiel, Vernissageredner Markus Kobelt und Privatkundenberaterin Sabine Dehm. (Bild: pd)

BUCHS. In der Buchser Filiale der St. Galler Kantonalbank an der Bahnhofstrasse werden in Zukunft regelmässig Kunst und Künstler zu Gast sein. Wie Niederlassungsleiter Karl Pareth in seiner Begrüssung anlässlich der Vernissage mit Werken von Silvia Federspiel erklärte, steht in der Kundenhalle ab sofort eine Ausstellungsinfrastruktur mit Stellwänden und Beleuchtung zur Verfügung, welche vor allem lokalen Künstlern ein Plattform bietet, ihre Werke einem breiten Publikum zu präsentieren. Pareth hofft auf rege Nutzung dieser neuen Infrastruktur und grosses Interesse seitens Künstler und Kunstinteressierten.

Kunst statt Zinsen

Ziel der Kantonalbank sei es aber auch, den Schalterbereich noch interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten. Dies veranlasste denn auch den Vernissageredner Markus Kobelt dazu, mit einem Augenzwinkern zu bemerken, dass man jetzt zwar keine Zinsen mehr bekomme, dafür aber ein Auge voll Kunst aus der Bank wegtragen könne. Wahrscheinlich, so ist man als Berichterstatter versucht zu bemerken, wären sich die beiden Redner darin einig, dass Kunst in jedem Falle Zinsen trägt.

Mit ganz persönlichen Worten eröffnete danach Markus Kobelt die Vernissage. Er habe, zwar als Freund, aber dennoch aus einer Aussenperspektive, über Jahre beobachten können, wie Kunst, wie das Malen im Leben von Silvia Federspiel einen immer grösseren Platz einnahm, wie sich über die Jahre eine Kontinuität und Ernsthaftigkeit ergab, deren Resultate man jetzt hier an der Ausstellung kennenlernen könne. Und so führt denn auch die Ausstellung von ganz gegenständlichen, fast hyperrealistischen Bildern (darunter selbstverständlich das Schloss Werdenberg) zu abstrakten Kompositionen, die als eigenartiges Zusammenspiel von kubischen, gespiegelten Formen und warmen erdbraunen Tönen Geborgenheit ausstrahlen.

Realität und Abstraktion

Die neusten Bilder, intensiv ausgeleuchtet und den eintretenden Besuchern zugewandt, basieren auf Vorlagen, auf Fotografien und Bildausschnitten, die so unterschiedliche Sujets wie Menschen, Gesichter, Akte und Stadtlandschaften zeigen. Hier kann man beobachten, wie die warmen Farben, wie die von den Rändern auf das Sujet einbrechenden Formen das «realistische» Bild bedrängen und verändern, wie hier Abstraktion und gegenständliche Form zueinander finden.

Silvia Federspiel verzichtet ganz bewusst darauf, ihren Bildern Titel zu geben, und damit den Wahrnehmungsraum des Betrachters einzuschränken. Sie wolle, dass gerade aus dem Bedeutungsvakuum heraus ein Gespräch entstehe. Und im besten Falle könne das Bild dann dem Betrachter eine Stimmung, ein ganz bestimmtes, auch individuelles Gefühl mit nach Hause geben, bemerkte die Künstlerin.

Wer das Gespräch über Geldangelegenheiten mit einem Bildergespräch bereichern möchte, ist eingeladen, die öffentliche Ausstellung in der Kundenhalle der Buchser Kantonalbank zu besuchen. Die Ausstellung dauert noch bis Ende März. (pd)