ST.GALLEN/WILDHAUS: Mühleggbahn zieht um

Der Startschuss für die Sanierung der Mühleggbahn ist gefallen. Die Reise des ausgemusterten Bähnlis endet nicht in der Schrottpresse, sondern in Wildhaus.

Christoph Renn
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Nach 14 Jahren ausgedient: Die Liftkabine der Mühleggbahn wurde am Dienstag mit einem Kran aus den Gleisen gehoben. (Bild: Ralph Ribi)

Nach 14 Jahren ausgedient: Die Liftkabine der Mühleggbahn wurde am Dienstag mit einem Kran aus den Gleisen gehoben. (Bild: Ralph Ribi)

Christoph Renn

christoph.renn@tagblatt.ch

Nach knapp zwei Minuten ist die Kabine der Mühleggbahn in St. Gallen sicher auf der Strasse gelandet. Mit einem Kran wurde sie am Dienstag vorsichtig von den Gleisen über das Häuschen der Talstation und auf einen Lastwagen gehoben und abtransportiert. Jedoch ging die Reise der Kabine nicht, wie zuerst von Seiten des Verwaltungsrates der Mühleggbahn AG angenommen, in die Schrottpresse: «Wir haben zum Glück ein neues Plätzchen für das Bähnli gefunden», sagt Verwaltungsratspräsident Philip Schneider. Nach einem Aufruf im «St. Galler Tagblatt» haben sich gemäss Schneider drei Interessenten für die ausgediente Kabine bei ihm gemeldet. Den Zuschlag hat der Bewerber aus dem Toggenburg erhalten. Somit tritt das Mühleggbähnli bald seine Reise nach Wildhaus an. «Natürlich wäre es nahegelegen, die Kabine einem Privaten aus St. Gallen zu verkaufen», sagt Philip Schneider. Doch auch am neuen Ort bestehe der Bezug zur Stadt St. Gallen.

Den symbolischen Kaufpreis von einem Franken hat die Genossenschaft St. Galler Jugendheime bezahlt. Sie ist Trägerin des Lagerhauses Bodenweidli, das 1949 für Schullager für Kinder aus der Stadt St. Gallen gebaut wurde. Die Genossenschaft ist aus dem Lehrerturnverein St. Gallen hervorgegangen. Die beiden Trägergemeinden sind die Stadt St. Gallen und Thal.

Wo die Kabine genau platziert wird, ist laut dem Vorstand der Genossenschaft St. Galler Jugendheime noch nicht definitiv entschieden. Es sei ein schräges Bähnli, deshalb brauche es auch einen schrägen Platz.

Die Kabine kommt zuerst in ein Zwischenlager

Sicher sei aber, dass es in den Spielplatz vor dem Bodenweidli integriert werde. So könne ein Stück Stadtgeschichte Teil der Geschichte des Lagerhauses werden. Doch bevor Kinder die Kabine an ihrem neuen Ort in Wildhaus erobern können, muss sie in ein Zwischenlager. «Wir müssen das Bähnli noch ausschlachten, die gesamte Elektronik ausbauen», sagt Philip Schneider. Auch die Verantwortlichen des Bodenweidli müssten noch Vorbereitungsarbeit leisten. Denn die Kabine brauche ein festes Fundament, auf das es gestellt werden könne.

Neben der Genossenschaft hat auch Andreas Nef aus St. Georgen Interesse an der alten Kabine der Mühleggbahn angemeldet. Er hat nun aber den Kürzeren gezogen. «Das Wichtigste ist jedoch, dass das Bähnli nicht geschrottet wird», sagt er. Nef wollte die Kabine zu einer Gartenloggia ausbauen.

Ab voraussichtlich November verkehrt eine neue Kabine zwischen der südlichen Altstadt und St. Georgen.