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STEIN: Ein halbes Jahrhundert im Dienste der Milch

Als 21-Jähriger wurde Michael Roth für die Milchannahme in Stein eingestellt. Nach 50 Jahren – und vielen technischen Neuerungen – ist er immer noch für das wertvolle Lebensmittel Milch im Einsatz.
Adi Lippuner
Michael Roth entnimmt von jeder Lieferung bei der Milchannahme in Stein eine Probe. (Bild: Adi Lippuner)

Michael Roth entnimmt von jeder Lieferung bei der Milchannahme in Stein eine Probe. (Bild: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

redaktion@wundo.ch

Pünktlich wie eine Schweizer Uhr, jeden Morgen und Abend, jeweils kurz vor sieben, steht Michael Roth in der Milchannahmestelle Stein bereit. Er kennt jeden Bauern persönlich, weiss seine Lieferantennummer auswendig und auch jeder Handgriff, den er schon tausende Male ausgeführt hat, sitzt. Die Lieferanten können heute die Milch mittels Absauganlage in den Kessel pumpen. Dank Computerwaage und der damit verbundenen automatischen Abrechnung wird jede Lieferung ­genau deklariert. Aufgabe von Michael Roth ist es, die Liefe­rantennummer einzugeben, eine Probe zu entnehmen und die Milch vom Waagkessel in den Tank zu befördern.

Zur Bedeutung der Milch meint der pensionierte Landwirt: «Mir kommt es wie ein Wunder der Natur vor, die Kuh frisst Gras und Heu, säuft Wasser und produziert Milch, also eines der wertvollsten Lebensmittel. Milch ist Grundlage für die verschiedenen Käse, für Joghurt und vieles, was ohne diesen Rohstoff gar nicht hergestellt werden könnte.»

Grosse Veränderungen in fünf Jahrzehnten

Bei Bauern, die grössere Mengen anliefern, packt Michael Roth zwischendurch ein paar Kannen und stellt sie neben den Waschtisch. Die Abläufe sind auf beiden Seiten gut eingespielt. Hektik ist nicht spürbar, es bleibt Zeit für ­einen kurzen Gruss, da und dort werden ein paar Worte gewechselt und schon ist der nächste Lieferant an der Reihe.

Beim Besuch am Donnerstagabend bringen insgesamt elf ­Lieferanten ihre Milch zur An­nahmestelle. «Am Morgen sind es jeweils einige mehr, denn nicht alle liefern die Milch zweimal am Tag», so Michael Roth. Dann sei es oft auch etwas hektischer, aber immer so, dass der Betrieb geordnet ablaufe.

Während der letzten 50 Jahre hat Michael Roth grosse Veränderungen erlebt. Der in Stein aufgewachsene Bauernsohn übernahm die Aufgabe als 21-Jähriger, «nie hätte ich gedacht, dass ich dies so lange mache», blickt er zurück. Aber es sei eine Aufgabe im Dorf, zudem habe er ein geregeltes Zusatzeinkommen und die Arbeit mache Freude. Mit Stolz erwähnt er, dass 1989 in Stein – «wir waren die erste Milchzentrale» – eine elektronische Waage mit Computer-Abrechnung eingeführt wurde.

Vor 50 Jahren hatte die Milchgenossenschaft Stein 43 Mitglieder, heute sind es noch deren 14. «Früher lieferte jeder Bauer pro Annahme zwischen 15 und 60 Liter, heute sind es 80 bis 700 Liter.» Auch die Art der Lieferung habe sich verändert. «Die Leute kamen zu Fuss, die Milchtanse auf dem Rücken oder die Kanne auf einem Handwägelchen oder im Winter auf dem Schlitten», blickt Michael Roth zurück. Oft seien die Kinder oder die Frau des ­Bauern mit der Milch gekommen. «Dies bedeutete, dass ich beim Abladen behilflich sein musste, weil die Kannen zu schwer waren.»

Wertvoller Mitarbeiter, der kaum einmal fehlte

Willi Roth, Präsident der Milchgenossenschaft Stein, ist dankbar für die langjährige Treue. «Michael Roth hat sich, dank seiner tech­nischen Begabung und des grossen Interesses an den Neuerungen, immer bestens zurecht­gefunden. Jetzt ist bereits die dritte Computerwaage im Einsatz und unser Angestellter hatte nie Probleme mit den Verän­derungen. Ganz im Gegenteil, er sieht, wenn etwas nicht rund läuft, kümmert sich darum oder sorgt dafür, dass ein Monteur den Schaden behebt.»

Gerade die Bereitschaft, den Wandel im technischen und ­elektronischen Bereich mitzu­machen, aber auch die grosse ­Zuverlässigkeit zeichne Michael Roth aus, ist der Präsident überzeugt. «Während der vergangenen 50 Jahre gab es kaum Ab­senzen. Und wenn Michael Roth einmal auf einem Ausflug mit dem Jodlerklub war, hat er selbst für eine Stellvertretung gesorgt», so Willi Roth.

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