Start für die dritte Etappe der alten Schollbergstrasse

SARGANS/WARTAU. Die Gemeinde Wartau hat ihren Teil der Instandstellung der alten Schollbergstrasse vom Sarganser Vild nach Trübbach abgeschlossen. Jetzt kommt die Gemeinde Sargans zum Zug. Noch im Herbst beginnen die Arbeiten.

Michael Kohler
Merken
Drucken
Teilen

SARGANS/WARTAU. Die Gemeinde Wartau hat ihren Teil der Instandstellung der alten Schollbergstrasse vom Sarganser Vild nach Trübbach abgeschlossen. Jetzt kommt die Gemeinde Sargans zum Zug. Noch im Herbst beginnen die Arbeiten.

Die Politische Gemeinde Sargans kann die dritte Etappe der Instandstellung der alten Schollbergstrasse umsetzen. Dies, nachdem die Sarganser Bevölkerung den Kredit für die baulichen Massnahmen an der Bürgerversammlung vergangenen Frühling gutgeheissen hat. Noch in diesem Herbst beginnen die Arbeiten unter der Leitung der Kreis AG, wie Gemeindepräsident Jörg Tanner bei einer Begehung des Sarganser Teilstücks mitteilte. Bei dem Projekt handelt es sich vor allem um die «Wiederherstellung der Kunstbauten an der Zufahrt von Sargans zur Hohwand», erklärte Cornel Doswald, Fachexperte für historische Verkehrswege. Erst diese dritte und letzte Etappe der Instandstellung mache es möglich, den Zerfall der Strasse zu verhindern und den angedachten Wanderweg durchgehend zu öffnen.

Nationale Bedeutung

Die ersten beiden Etappen der einst wichtigen Verbindungsachse zwischen dem Rheintal und dem Sarganserland wurden im Vorfeld von der Gemeinde Wartau realisiert. Der alten Strasse wird eine hohe Priorität eingeräumt, weil sie im Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz verzeichnet ist und als Strasse von nationaler Bedeutung eingestuft wird. Aus diesem Grund ist der Gemeinde Sargans die finanzielle Unterstützung des Bundesamtes für Strassen (Astra), des Tiefbauamtes des Kantons St. Gallen, des Fonds Landschaft Schweiz FLS und der Binding-Stiftung zugesichert.

Gesamthaft soll die dritte Etappe der Instandstellung rund 475 000 Franken kosten. «Das sind rund 28 Prozent des Gesamtprojekts», erklärt Doswald. Bereits im Frühjahr 2017 soll die alte Schollbergstrasse komplett saniert sein und vor allem als Wander- und Spazierweg fungieren.

Ein gemeinsames Projekt

Es war der Historiker Josef Bärtsch, der schon vor Jahren auf die Dringlichkeit einer Restaurierung der alten Schollbergstrasse aufmerksam machte. 2009 nahmen die Gemeinden Wartau und Sargans denn gemeinsam das Projekt in die Hand. Von Obertrübbach her in Richtung Vild in Sargans sollte die historische Strasse in drei Bauetappen restauriert und wieder begehbar gemacht werden. Nachdem die ersten beiden Teilstücke auf Wartauer Boden realisiert und im Sommer vergangenen Jahres eröffnet wurden, schliesst die Gemeinde Sargans nun mit der dritten Bauetappe den Kreis. Die Instandstellung beginnt noch in diesem Herbst.

Die Bauarbeiten beschränken sich auf vier Teilabschnitte der alten Schollbergstrasse, deren historische Bausubstanz zerfallen oder vom Zerfall bedroht ist. Der Fokus liegt dabei auf dem Gebiet westlich der Hohwand, wo Hangschutt abgetragen, Wurzelstöcke gerodet und entsorgt, trocken gemauerte Stützmauern repariert und Brüstungsmauern eingebaut werden müssen. Ausserdem wird die Furt des Atschabachs stark gewichtet, dessen eingeschwemmter Schutt abgetragen, die Pflästerung der Schale freigelegt, repariert und verbreitert und die Flügelmauern beidseits der Furt als Trockenmauern neu aufgemauert werden müssen.

Erst stehen aber Forstarbeiten an besagten Brandherden an, damit der Weg für die Baumaschinen zugänglich gemacht werden kann. Ausserdem soll ein Wanderweg vom westlichen Ende der Felsschutthalde bei der Hohwand und dem Maiensäss Atscha instand gestellt werden. Grund: Durch die Nähe der alten Schollbergstrasse zum 300-Meter-Schiessstand in Sargans ist die Sicherheit der Passanten zwischenzeitlich nicht gewährleistet. Wanderer und Spaziergänger sollen über die Strecke zum Maiensäss ausweichen können.

Termine gesetzt

Gemäss Jörg Tanner, Gemeindepräsident von Sargans, seien die Bau- und Sanierungsarbeiten im Einladungsverfahren ausgeschrieben und bereits vergeben worden.