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Standard und gleiche Behandlung

Kommentar

Jeder, der plötzlich das Doppelte an Steuern bezahlen muss, ärgert sich. Das ist auch so bei den Grenzgängern aus Liechtenstein, die seit Anfang dieses Jahres neu in der Schweiz Quellensteuer zu bezahlen haben. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt, dass vor allem Kinderlose, die gut bis sehr gut verdienen, massiv tiefer in die Tasche greifen müssen. Für Teilzeitler und weniger gut Verdienende mit zwei oder mehr Kindern bleibt die Mehrbelastung im Rahmen.

Nun den Schwarzen Peter einfach dem Kanton St. Gallen zuzuschieben, wie das Liechtensteins Regierungschef Adrian Hasler tut, ist aber zu kurz gegriffen. Indem der Kanton mit einer Verständigungsvereinbarung auf der Quellensteuerpflicht der Mitarbeitenden von vier Spitälern und des BZB beharrt, trägt er lediglich von Änderungen bei der Trägerschaft dieser öffentlichen Institutionen Rechnung. Eine Änderung, die schon vor sechs Jahren erfolgte und der die Neuregelung der Besteuerungspflicht hinterher hinkt. Oder anders gesagt: Die neue Steuerpflicht in der Schweiz hätte schon vor einigen Jahren eingeführt werden können.

Wichtig für das Verständnis der neuen Regelung ist: Die neue Steuerpflicht für Liechtensteiner Grenzgänger in der Schweiz ist internationaler Standard. Ebenso Standard ist die bereits auf das Steuerjahr 2017 durch Liechtenstein eingeführte (Teil-)Besteuerung für Mitarbeitende von Unternehmen im Fürstentum, die mehr als 45 Tage wegen der Arbeit nicht in die Schweiz heimkehren können. Diese profitieren seither von diesem Wechsel des Steuerregimes. Beides ist also kein unfreundlicher Akt gegenüber dem befreundeten Nachbarstaat.

Wird jemand, der nun deutlich mehr Steuern bezahlen muss, deshalb seinen Arbeitsplatz im Spital Grabs kündigen? Hoffentlich nicht. Denn es gibt noch andere Grössen, die darüber entscheiden, ob ein Arbeitsplatz attraktiv ist. Auch die Verfügbarkeit einer passenden Stelle in Wohnortnähe, die Arbeitsplatzsicherheit und anderes mehr spielen dabei eine Rolle. Stimmt all dies, dann sollte die jüngste Anpassung im Steuerregime nicht zu einer Kündigungswelle von wertvollen Fachkräften führen. Und letztlich geht es auch um Gleichbehandlung: Lehrkräfte aus Liechtenstein an Volks- oder Kantonsschulen diesseits der Grenze zahlen seit langem hier Quellensteuer.

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