Stadtautobahn als Nadelöhr

Der Verkehr auf Schweizer Nationalstrassen hat zugenommen. In der Ostschweiz stehen die Verkehrsteilnehmer trotzdem selten im Stau – mit Ausnahme auf der Stadtautobahn St. Gallen.

René Rödiger
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Der Verkehr staut sich vor der Ausfahrt Neudorf – ein Szenario, das sich auf der St. Galler Stadtautobahn beinahe täglich wiederholt. (Bild: Ralph Ribi)

Der Verkehr staut sich vor der Ausfahrt Neudorf – ein Szenario, das sich auf der St. Galler Stadtautobahn beinahe täglich wiederholt. (Bild: Ralph Ribi)

Laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) ist die Zahl der Staustunden auf den Schweizer Nationalstrassen im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent auf 20 596 Stunden angestiegen. Auch auf Ostschweizer Strassen nimmt der Verkehr zu.

Gemäss Norbert Matti, Leiter der Nationalstrassen Gebiet VI, ist vor allem der Berufsverkehr dafür verantwortlich. Im Gebiet VI sind die Kantone Thurgau, St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden und Glarus zusammengefasst.

Täglich Stau auf Stadtautobahn

Matti: «Ein richtiges Nadelöhr ist hier hauptsächlich die Stadtautobahn in St. Gallen. Dort haben wir praktisch jeden Tag von beiden Seiten her Stau.»

Besonders kritisch sei die Situation wegen des Rosenbergtunnels, da dieses keine nutzbare Standspur habe. «Dank des Verkehrsleitsystems konnte die Lage ein bisschen entschärft werden. Mit Tempo 80 bringt man einfach mehr Autos durch.»

«Fünf vor zwölf»

«Trotzdem ist es für mich auf der Stadtautobahn fünf vor zwölf», sagt Matti. Er spricht von einem Kapazitätsproblem. Mit vier Spuren, zwei in jede Richtung, sei die Spitze erreicht: «Mehr mag es nicht mehr leiden.» Komme es auf dieser Strecke zu einem Unfall, sei ein Stau derzeit unvermeidbar.

Abgesehen von der Stadtautobahn komme es auf Ostschweizer Nationalstrassen jedoch selten zu Staus, sagt Matti. «Punktuell und zeitlich sehr beschränkt haben wir bei den Grenzübergängen und im Rheintal Engpässe.»

«Grundsätzlich haben wir noch kein Verkehrsproblem in der Ostschweiz», sagt er. «Zumindest nicht, wenn wir die Situation mit dem <Bermuda-Dreieck> Zürich–Bern–Basel vergleichen.»

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