Stabwechsel bei Katholiken

Nach intensiven Amtsjahren hat Administrationsratspräsident Hans Wüst die Geschäfte an seinen Nachfolger, Noch-Regierungsrat Martin Gehrer, übergeben.

Drucken
Teilen
Der abtretende Administrationsratspräsident Hans Wüst (links) mit Nachfolger Martin Gehrer und Vizepräsidentin Margrit Stadler-Egli. (Bild: pd)

Der abtretende Administrationsratspräsident Hans Wüst (links) mit Nachfolger Martin Gehrer und Vizepräsidentin Margrit Stadler-Egli. (Bild: pd)

KANTON ST. GALLEN. Der Rücktritt per Ende Jahr war schon länger angekündigt, nun hat Hans Wüst, «Regierungsratspräsident» der St. Galler Katholikinnen und Katholiken, die Amtsgeschäfte seinem Nachfolger Martin Gehrer übergeben. Bis zu dessen Ausscheiden aus dem Regierungsrat Ende Mai wird Vizepräsidentin Margrit Stadler-Egli den neuen Präsidenten vertreten.

Im Tandem mit Bischof Büchel

Hans Wüst absolvierte dieser Tage einen «Abschiedsmarathon» in vielen Gremien; so scheidet er auch bei der Römisch-katholischen Zentralkonferenz RKZ aus, dem Zusammenschluss der Kantonalkirchen. Drei Jahre lang stellte St. Gallen im dualen System der Schweiz die «höchsten Kirchenvertreter»: Markus Büchel als Präsident der Bischofskonferenz und Hans Wüst als RKZ-Präsident. Für die Zusammenarbeit der vom Bischof geleiteten kirchenrechtlich hierarchisch strukturierten Kirche mit den demokratisch installierten staatskirchenrechtlichen Körperschaften hatte Wüst jeweils das Symbol eines Tandem zu Hilfe genommen: «Je nach Aufgabe sitzt jeweils der Bischof oder der Administrationsratspräsident vorne und lenkt das Gefährt.» Und die beiden waren jederzeit ein gutes Tandem: Büchel dankte Wüst in einer Abschiedsfeier herzlich für das gute Zusammenspiel.

Umstrittene Altargestaltung

Wüst hat intensive Amtsjahre hinter sich. Als wohl wichtigstes Geschäft nennt er die Neugestaltung des Altarraums im Unesco-Weltkulturerbe Kathedrale. «Selbst mit unfairen Reaktionen ging er stets nach Art eines souveränen Politikers um», heisst es in der Mitteilung der Verwaltung. Heute stosse das 2013 eingeweihte Projekt «auf positives Interesse».

In Wüsts Amtszeit wurden entscheidende Reorganisationen verwirklicht und wichtige Jubiläen gefeiert: 200 Jahre Katholischer Konfessionsteil, 200 Jahre Flade, Gallusjubiläum. Die Flade verlangte Verhandlungen mit der Stadt über über Finanzen und Ausrichtung der Sekundarschule. «Dass ich es sogar in die Sonntagszeitung eines Boulevardblattes schaffte, war nicht mein Verdienst», sagt Wüst. Auslöser waren «Konflikte zwischen staatskirchenrechtlichen Organen und den Verantwortlichen eines anderen Bistums», wie es diskret heisst.

Nun bleibt Zeit für den Jakobsweg, auf dem er zusammen mit seiner Frau Annelies bereits viele Kilometer zurückgelegt hat. Als nächste Etappe geplant ist die Strecke von Burgos bis nach Santiago de Compostela. Von seinen Ratskollegen erhielt Wüst denn auch einen Pilgerstock zum Abschied. (red.)

Aktuelle Nachrichten