ST.: Schmerzhafte Niederlage für die CVP

Gallen Innert einem Jahr ist die CVP aus dem Stadtrat geflogen. GLP-Kandidatin Sonja Lüthi wurde gewählt.

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Erdrutsch in St. Gallen: Die CVP verliert innert Jahresfrist ihre beiden Sitze im Stadtrat. Boris Tschirky scheiterte am Sonntag im zweiten Wahlgang gegen Sonja Lüthi. Die Grünliberalen ziehen mit der 36-jährigen Kantonsrätin erstmals in den St. Galler Stadtrat ein.

Lüthi siegte im zweiten Wahlgang mit 10096 Stimmen deutlich gegen den CVP-Kandidaten Boris Tschirky, der 6966 Stimmen erreichte, und Roland Uhler (SD) mit 668 Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 40,3 Prozent. Im ersten Wahlgang hatte Tschirky noch mehr Stimmen als Lüthi geholt.

Der fünfköpfige Stadtrat setzt sich neu aus zwei Mitgliedern der SP, je einem Vertreter der GLP und der FDP sowie einem Parteilosen zusammen. Sonja Lüthi war von 2012 bis 2015 Mitglied des St. Galler Stadtparlaments. Danach rückte sie in den Kantonsrat nach. Seit 2016 ist sie Präsidentin der GLP des Kantons St. Gallen. Die 36-jährige Geografin leitet beim Landverband St. Gallen die Farmenergie.

«Der Ausgang des zweiten Wahlgangs ist eine herbe Ent­täuschung für die CVP», sagte Raphael Widmer, Präsident der CVP der Stadt St. Gallen, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die bürgerlichen Parteien hätten sich mit klaren Parolen für den CVP-Kandidaten ausgesprochen. Die genauen Gründe für die Niederlage müssten noch analysiert werden. An der Politik der CVP im Stadtparlament ändere sich nichts. (sda)