St. Galler SVP setzt auf drei Bauern

Die vier bisherigen Nationalräte treten wieder an; mit einem fünften Sitz rechnet selbst der Parteipräsident nicht – dennoch sind die zwölf Plätze auf der Liste der St. Galler SVP heissbegehrt. Durchgesetzt haben sich gestern abend schliesslich die Bauern.

Regula Weik
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Toni Brunner plädierte für eine starke Bauernvertretung in Bern. (Bild: Ralph Ribi)

Toni Brunner plädierte für eine starke Bauernvertretung in Bern. (Bild: Ralph Ribi)

RHEINECK. Eines war gestern abend im «Hecht» in Rheineck von der ersten Minute an klar: Die «Partei-Hechte» schwimmen weiterhin unbestritten voraus – sprich: Die vier bisherigen Nationalräte Toni Brunner, Roland Rino Büchel, Thomas Müller und Lukas Reimann haben das Ticket für Bern auf sicher – und wohl auch ihre bereits angewärmten Sitze in Bern. Es müsste einiges arg schieflaufen, damit die vier im Herbst den Kanton St. Gallen nicht länger in der grossen Kammer vertreten würden. Oder im Falle des Rorschacher Stadtpräsidenten sehr glücklich: Thomas Müller steigt für die St. Galler SVP auch in den Ständeratswahlkampf.

Das steht seit Wochen fest – und klar ist auch die Absicht: Die Partei setzt ihn auf Paul Rechsteiner (SP) an. In der kleinen Kammer brauche es zwei bürgerliche Stimmen.

Brunner plädiert für Bauern

Gestern abend interessierte deshalb vor allem eine Frage: Wer schafft es mit auf die Liste? Zehn Frauen und Männer bewarben sich um die verbleibenden Plätze – zwei zu viel. Die kantonalen Delegierten hatten somit die Qual der Wahl oder eben eine echte Auswahl.

Toni Brunner redete den Delegierten ins Gewissen – und plädierte für eine starke bäuerliche Vertretung; die SVP dürfe das bäuerliche Terrain auf keinen Fall CVP und FDP überlassen – diese beiden hätten starke Bauern auf ihren Listen. Die Delegierten folgten dem Toggenburger Teilzeit-Bauern – und liessen damit den Kantonalvorstand mit dessen Nominationsprozedere im Regen stehen. So finden sich schliesslich nebst Brunner auch die beiden Bauern Walter Freund (Eichberg) und Gottfried Jud (Degersheim) auf der Liste. Weiter mit dabei sind: Barbara Keller-Inhelder (Kantonsrätin, Rapperswil-Jona) als einzige Frau, Mike Egger (Kantonsrat, Berneck), Christof Hartmann (Kantonsrat, Walenstadt), Roman Rauper (Gams), Paul Scheiwiller (Waldkirch) und Linus Thalmann (Kantonsrat, Kirchberg). Leer gingen der von seiner Kreispartei portierte Bruno Dudli (Kantonsrat, Oberbüren) sowie Sarah Bösch (St. Gallen) aus.

Ziel: Vier Sitze halten

Hofft Parteipräsident Herbert Huser auf einen fünften Nationalratssitz für seine Partei? «Unser Ziel ist ganz klar, die vier bisherigen Sitze zu halten. Alles, was darüber hinausgeht, wäre ein grosser Erfolg.» Der fünfte Sitz – in den letzten Wahlen verlor ihn die Partei – sei «ein Geschenk der CVP» gewesen, nachdem Thomas Müller von der CVP zur SVP gewechselt hatte. Keine Zweifel liess Huser offen, was er von allen Kandidaten erwartet: «Sie sollen sich nicht mit sich selber beschäftigen und sich nicht für die eigenen Belange engagieren, sondern sich für die echten Sorgen und Nöte von uns Bürgerinnen und Bürgern einsetzen.»