St. Galler Schweinezüchter droht eine Gefängnisstrafe

UZNACH. Ein St. Galler Schweinezüchter muss sich am kommenden Dienstag, den 22. September, vor Gericht in Uznach verantworten.

Marcel Elsener
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UZNACH. Ein St. Galler Schweinezüchter muss sich am kommenden Dienstag, den 22. September, vor Gericht in Uznach verantworten. Laut einem Bericht des «Sonntags-Blicks» wirft ihm der Staatsanwalt gewerbsmässigen Betrug, Urkundenfälschung, mehrfache vorsätzliche Tierquälerei sowie Vernachlässigung der Unterhaltspflichten vor.

Dem 48jährigen Schweinezüchter drohen als Strafe viereinhalb Jahre Gefängnis, eine Busse sowie der Einzug des illegal erworbenen Vermögens in der Höhe von insgesamt 3,2 Millionen Franken.

Polizeiliche Razzia im Stall

Der Züchter betrieb zwischen den Jahren 2007 und 2009 in der Ostschweiz 15 Schweinemasten und lieferte an Schlachthöfe in Bazenheid, Basel und Zürich rund 19 000 Tiere. Grossproduzenten wie Bell und Ernst Sutter zahlten für das minderwertige Fleisch insgesamt sechs Millionen Franken.

Dabei herrschten in den meisten Ställen «offenbar chaotische Zustände», wie das Sonntagsblatt schreibt; der Kantonstierarzt sprach von «unangemessener Haltung und Pflege». Nur in zwei Betrieben liess der Schweinezüchter die Kontrollen zu, die der Bauernverband für die Standards des Qualitätssiegels QM Schweizer Fleisch verlangt. Die Tiere des Angeklagten lebten gemäss Bericht auf engstem Raum, etliche litten an der Lungenseuche EP und teilweise kannibalisierten sie sich gegenseitig.

Anfang 2008 flogen die «Schweinereien» auf, weil sich der Amtstierarzt einschaltete. Im November gleichen Jahres führte das St. Galler Amt für Veterinärwesen eine Kontrolle durch, und im März des Jahres 2009 kam es im Stall Grafenau in Kaltbrunn zu einer Razzia der Kantonspolizei und des Kantonstierarztes. Der zuständige Tierarzt notierte insgesamt 17 Schweine mit Körperschäden, manche der Nutztiere waren sogar gelähmt. Erst im Anschluss an diese Durchsuchung schlossen die St. Galler Behörden die Ställe des fehlbaren Züchters.

Vergehen verjährt

Gemäss der aktuellen Ausgabe des «Sonntags-Blick» erwartet der Anwalt des Schweinezüchters trotz der happigen Anklageschrift für seinen Mandanten einen Freispruch. Der Straftatbestand des Betrugs lasse sich nicht belegen, weil es faktisch keinen Unterschied zwischen QM-Fleisch und konventionell produziertem Fleisch gebe. Und alle anderen Vergehen seien verjährt, wie der Rechtsvertreter meint. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft hält er für «konstruiert».