St. Galler Katholiken ringen um Gesamtarbeitsvertrag

ST. GALLEN. In der 8. und letzten Sitzung vor den Gesamterneuerungswahlen 2015 behandelte das Katholische Kollegium des Kantons St. Gallen Geschäfte, die eng mit der Errichtung von Seelsorgeeinheiten verknüpft sind: Zum Personaldekret (Gesamtarbeitsvertrag) gab es eine mehrstündige Debatte.

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ST. GALLEN. In der 8. und letzten Sitzung vor den Gesamterneuerungswahlen 2015 behandelte das Katholische Kollegium des Kantons St. Gallen Geschäfte, die eng mit der Errichtung von Seelsorgeeinheiten verknüpft sind: Zum Personaldekret (Gesamtarbeitsvertrag) gab es eine mehrstündige Debatte. Schon zu Beginn machte Kollegienratspräsident André Straessle deutlich, dass das Personaldekret das Tagesthema sein würde. «Ich wünsche mir eine Kirche, die von ihren Mitarbeitenden Leistungen einfordert und sie gleichzeitig sozial und kollegial behandelt», sagte er.

Artikelweise Beratung

Kommissionspräsident Peter Hüppi stellte das Personaldekret vor, das sich eng an die Vorlage des Kantons anlehnt. Karl Duijts beantragte im Namen der Regionalgruppe Werdenberg-Sarganserland Nichteintreten – die Vorlage sei nicht ausgewogen und zentralistisch. Walter Keller, der das Personaldekret 2013 angeregt hatte, bat um Eintreten. Ebenso wie Administrationsrat Raphael Kühne: «Grund für die Motion waren ungleiche Anstellungsbedingungen, die zu Unsicherheiten und Ungerechtigkeiten geführt haben.» Handlungsspielraum bleibe für die Kirchgemeinden erhalten.

Zu den 81 Artikeln gab es über zwanzig Änderungsanträge. Selten hatten die Stimmenzählenden so viel zu tun wie in dieser Sitzung. Intensiv diskutiert wurde die Ferienregelung – sie schien einigen zu grosszügig. Schliesslich stimmte die Versammlung mit 72 Nein zu 81 Ja für die Vorlage: 25 Tage bis 54. Altersjahr, 30 Tage ab 55. Altersjahr. Statt zehn Tage Vaterschaftsurlaub werden kirchliche Mitarbeiter auf Antrag der Region Werdenberg-Sarganserland fünf Tage erhalten.

Weitere Diskussionspunkte waren Arbeits- und Überzeit-, Urlaubsregelung und diverse Punkte zum Thema Lohn/Lohnfortzahlung bei Krankheit, Unfall oder Mutterschaft. Mit wenigen Anpassungen folgte die Versammlung im weiteren Verlauf der Sitzung dem Dekretsvorschlag. Schliesslich wurde das Personaldekret unter Berücksichtigung der beschlossenen Änderungen grossmehrheitlich angenommen.

Zweck- und Gemeindeverbände

Georges Marquart leitete die viel kürzere Diskussion zum Dekret über Zweck- und Gemeindeverbände im Katholischen Konfessionsteil (Verbandsdekret) ein. Es vereinfacht die Zusammenarbeit der Kirchgemeinden, die durch den Zusammenschluss verschiedener Pfarreien zu Seelsorgeeinheiten gemeinsame Aufgaben erfüllen wie die Anstellung von Personal oder die Finanzierung von pastoralen Anlässen in der Seelsorgeeinheit. Die Versammlung stimmte der Vorlage mit wenigen Änderungen einstimmig zu.

Aufgrund der bei den Einwohnerämtern 2014 eingeholten Zahlen ergeben sich Verschiebungen der Wahlkreise – diese wurden einstimmig angenommen. Carlo Eberle zeigte sich erfreut, dass die Rechnung 2014 bei einem Gesamtaufwand von 55,7 Millionen um 917 000 Franken besser abschliesst als budgetiert – es resultiert ein Ertragsüberschuss von 740 000 Franken. «Euphorie ist fehl am Platz, durch eine veränderte Wirtschaftslage kann sich das Blatt schnell wieder wenden», sagte der GPK-Präsident. (red.)