ST.: Aus einer Hand

Gallen Medizinstudenten sollen mit Studenten der Pflege Kurse besuchen. Dieser Aspekt des Medical Master ist einzigartig.

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Der geplante Medical Master in St. Gallen will Pflege und Medizin zusammenbringen. Die Medizinstudenten sollen an der Fachhochschule St. Gallen (FHS) gemeinsam mit Studierenden der Pflege Kurse besuchen. In ihrer Ausbildung soll es nicht mehr nur um Krankheiten und Diagnosen, sondern auch um Patientengeschichten und Pflegeverläufe gehen.

«Das gibt es bislang hierzulande noch nicht, dass die Studierenden zusammen körperliche Untersuchungen und Diagnosen lernen», sagt Birgit Vosseler, Fachbereichsleiterin Gesundheit und Pro­rektorin an der FHS. Ohne ein gemeinsames System Medizin-Pflege würden die Gesundheitskosten weiter massiv steigen. Die Anforderungen hätten sich geändert, Menschen würden älter und Krankheiten komplexer werden. Eines der wichtigsten Ziele der Zusammenarbeit ist gemäss Vosseler, die Hierarchie zwischen den Fachbereichen aufzubrechen.

Am Kantonsspital und an zwei Hochschulen

Über 80 Studentinnen und Studenten hatten sich im Frühjahr für den sogenannten «St. Galler Track» beworben. 41 haben einen Platz bekommen und im Herbstsemester ihr Bachelorstudium an der Universität Zürich begonnen. Ab 2020 sollen die angehenden Ärzte zum Masterstudium nach St. Gallen kommen, wo sie Kurse am Kantonsspital, an der Universität St. Gallen (HSG) und an der FHS belegen. Die Curriculum-Arbeitsgruppe erarbeitet bis Ende Jahr die Inhalte des Medical Master und legt sie anschliessend der St. Galler Regierung vor. Im kommenden Jahr entscheidet das St. Galler Stimmvolk über den geplanten Studiengang.

Im Zentrum der interprofessionellen Ausbildung werden nicht mehr nur Organe, Krankheiten und Diagnosen stehen, sondern Patientengeschichten sowie Krankheits- und Pflegeverläufe in den verschiedenen Lebensphasen. (nru)11