SQUASH: Sechster Saisonsieg hauchdünn verpasst

Im NLA-Meisterschaftsspiel zwischen Grabs und Uster herrschte bis zum letzten Ballwechsel grösste Anspannung im Court und auf der Tribüne. Am Ende trennten sich die Teams unentschieden. Der Gastgeber heimste immerhin den zweiten Zusatzpunkt ein.

Robert Kucera
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Erster Sieg im ersten Spiel für Grabs und in der Schweizer NLA: Simon Vaclahovsky. (Bild: Robert Kucera)

Erster Sieg im ersten Spiel für Grabs und in der Schweizer NLA: Simon Vaclahovsky. (Bild: Robert Kucera)

Robert Kucera

robert.kucera@wundo.ch

Dramatischer und spannender hätten sich die Teams aus Grabs und Uster am Donnerstagabend kaum dem neusten NLA-Spieler präsentieren können. Am Tag der Premieren – Simon Vaclahovsky spielte sein erstes Spiel für Grabs, ja in der Schweiz überhaupt und durfte gleich mal den ersten ­Einzelsieg einfahren – wurde dem Neuling gleich mal aufgezeigt, was die höchste Schweizer Liga zu bieten hat.

«Ein schönes Center, gemütlich, und ähnliche Courts wie auf meinen Heimcourts», so der erste Eindruck von Vaclahovsky. «Ich habe mich wohlgefühlt. Wenn man mich hier noch einmal spielen sehen möchte, dann komme ich gerne», sagt der Augsburger, der auf Empfehlung Rudi Rohrmüllers zu den Grabsern gestossen ist und auf der vierten Position aushalf.

Erst geduldig, dann angriffig agiert

Simon Vaclahovsky überzeugte von Beginn weg. Gegner Jürgen Martin hatte nie den Hauch einer Chance, zu sicher, zu souverän agierte der 24-Jährige. «Ich war fokussiert, immer konzentriert und habe versucht, mein Spiel von Anfang bis zum Ende durchzuziehen», äussert er sich zufrieden mit seinem ersten Auftritt im Grabser Dress. Seine Taktik ging voll auf: «Konstant und geduldig nach hinten spielen, erst mal keine Fehler machen. Und dann, wenn der Gegner müde ist, angreifen. Das hat ganz gut geklappt.»

Als er den Court endlich betrat, als letzter Akteur, stand es aber nicht so gut um sein Team. Nach Matches hiess es 1:1. Rohrmüller unterlag im Duell der Landsleute der Nummer eins Deutschlands, Raphael Kendra, diskussionslos mit 0:3. Yannick Wilhelmi hielt sich beim 3:1 ge­gen Joel Siewerdt zwar schadlos, der Satzverlust muss jedoch unter der Kartei «ärgerlich» abgelegt werden. So führte Uster mit 5:3 nach Sätzen. Bevor Vaclahovsky seinen ersten Ball spielte, hatte Luca Wilhelmi seinen ersten Satz gegen Robin Gadola verloren und lag im zweiten Durchgang bereits wieder im Hintertreffen. Der Deutsche war es schliesslich, der mit seinem 3:0-Sieg zumindest dafür sorgte, dass die Werdenberger wenigstens einen Punkt holen konnten.

Im Entscheidungssatz kam Präzision etwas abhanden

Zu diesem Zeitpunkt hiess es ­zwischen Wilhelmi und Gadola 4:4 im vierten Satz. Den dritten Satz schnappte sich der Grabser und spielte mit Fortdauer der Partie präziser und brachte den um zwei Ränge vor ihm klas­sierten Uster-Spieler in arge Bedrängnis. Luca Wilhelmi punktete meist, als er in seinen Schlägen die perfekte Länge fand und die Bälle geschickt verteilte. Er schaffte es, dass sich Gadola nicht ausruhen konnte, zwang ihn so zu viel Laufarbeit und letztlich zu erzwungenen Fehlern oder er verbuchte Punkte auch direkt, ohne dass sein Gegner noch an den Ball kam. Mit dem ersten Satz­gewinn nährte Wilhelmi die Hoffnung auf den Zusatzpunkt, mit dem 11:7 im vierten Satz war der zweite Punkt im Trockenen.

Mehr noch: Das Spiel drohte zu kippen, es lag nun sogar der Sieg Wilhelmis und der Grabser Sieg über Uster drin. An Spannung war der Entscheidungssatz kaum zu überbieten. Doch war zu beobachten, dass Luca Wilhelmi sein Spiel, das höchste Präzision verlangte, und ein steter Tanz auf der Rasierklinge zwischen Winner und Fehler war, nicht so souverän wie zuvor durchziehen konnte. Doch auch von Rückständen liess sich der Grabser nicht unter­kriegen. Er holte ein 3:6 auf, machte aus einem 6:9 ein 10:10. Mit grösster Kampfkraft wehrte er gleich vier Matchbälle ab – um am Ende dann doch mit leeren Händen dazustehen.

Grabs – Uster 2:2

Nach Sätzen: 8:7. – Nach Punkten: 130:127.

Die Partien: Rudi Rohrmüller vs. Raphael Kendra 0:3 (1:11, 1:11, 4:11). – Luca Wilhelmi vs. Robin Gadola 2:3 (9:11, 6:11, 11:8, 11:7, 12:14). – Yannick Wilhelmi vs. Joel Siewerdt 3:1 (12:10, 11:5, 8:11, 11:3). – Simon Vaclahovsky vs. Jürgen Martin 3:0 (11:5, 11:5, 11:4).

Rangliste (alle 8 Spiele): 1. Vaduz 20 Punkte. 2. Pilatus Kriens 18 (+12/+32). 3. Grabs 18 (+12/+28). 4. Sihltal 17. 5. Uster 13 (+8). 6. Bern 13 (+4). 7. Vitis Schlieren 9 (–8/–20/ –104). 8. Panthers 9 (–8/–20/–120). 9. Grasshopper 3. 10. Schaffhausen 0.